Linolschnitte, Lehmbauten und Lebensräume
Jubiläums-Vernissage lockt viele Besucher ins Zabergäu-Gymnasium
„Künstler haben Visionen, und ohne Visionen gibt es keinen Fortschritt!“ In ihrer Begrüßungsrede betont Martina Wrieden-Rupprecht , eine der drei Kunsterzieherinnen am Brackenheimer Zabergäu-Gymnasium, die Bedeutung, die die Kunst – obwohl „nur Nebenfach“ – für die Entwicklung der Persönlichkeit und für die Gesellschaft hat. Grund genug für sie und ihre Kolleginnen Elke Bach-Zimmer und Sybille Proksch zusammen mit vielen fleißigen Helfern, nun schon zum 5.Mal die Flure der Schule in Kunstgalerien zu verwandeln und die vielen herausragenden Werke auszustellen, die im Lauf eines Jahres von Schülern geschaffen werden. Grund auch für den Förderverein der Schule, seinen Beitrag zu einer gelungenen Vernissage mit einem Sektempfang zu leisten.
Kunst hat ihre eigene „Sprache“, und es sind nicht immer leicht verständliche Werke oder die schönen Dinge des Lebens, die den Besuchern etwas zu sagen haben, wie die Collage von Anastasia Fieber, Jst.13, zur Klimakatastrophe. Dennoch: „Gelungen“, kommentiert ein Ehepaar, das lange vor dem Bild verweilt – zusammen mit seiner kreativen Tochter Jule Doll, die im Team mit Katrin Brahner und Tamara Prax das Plakat für die Ausstellung entwarf und dafür einen Preis erhielt.
In einem Zeichensaal lassen sich Schülerinnen der Jst.12 bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Ihr Sujet: anspruchsvolle surrealistische Arbeiten im Stil von Max Ernst. Nebenan schwelgen Unterstufenschüler in knalligen Farben, die sie über Linolschnitte walzen. Viele Besucher scharen sich amüsiert um die mit viel Akribie – und sicher viel Spaß – geschaffenen äußerst individuellen Wohnwelten und genießen den Einblick in die „Wohnung eines verspielten Freaks“ (Matthias Haug) oder in Philipp Baumbuschs „London Room“, dessen imaginärer Bewohner einen tollen Ausblick auf eine belebte Straße im Zentrum Londons hat.
Ob marokkanische Berberdörfer aus Lehm, Büsten aus Pappmaché, klassische Tusch- oder Aquarellbilder – die Arbeiten sind Ausdruck eines sehr persönlichen, kreativen Umgangs mit Material und Thema, und die Bedeutung, die der Kunstunterricht hat, wird sicher von keinem Besucher unterschätzt.
Allen Beteiligten sei herzlich für ihre Arbeit gedankt, vor allem auch Nina Reichert und Grégoire Rumm, die mit dem „Cantabile“ für Geige und Klavier von Niccolo Paganini zu einer stilvollen Eröffnung beitrugen.
(el)