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Sommerkonzert der Oberstufe 2010


Aus der totalen Finsternis zu den leuchtenden Sternen
Opulente Melodien und  gefühlvolle Tanzeinlagen beim Sommerkonzert des Zabergäu-Gymnasiums 

„Der Lohn für die Arbeit ist der Applaus. Lassen wir ihn doch noch einmal aufleben!“ Viel mehr braucht die Vorsitzende des Elternbeirats Martina Reese am Ende des grandiosen Sommerkonzerts, das das Brackenheimer Publikum am letzten Donnerstag im Bürgerzentrum restlos begeistert, nicht zu sagen. Nach mehr als zwei Stunden musikalischer Höhepunkte hätte man sich sogar noch mindestens eine Zugabe erhofft und ist fast enttäuscht, als man von Maestro Siegfried Liebl nach Hause geschickt wird.

Den Auftakt machen die Streicher der Klassen 6 mit einem Konzert von R.S.Frost! Den Nachwuchsmusikern dürfte es jedoch heiß gewesen sein – im Rampenlicht vor so vielen Zuhörern! Die mozartsche Mini-Nachtmusik und Scarborough  Fair sind anspruchsvolle Stücke für Anfänger, und einige „Kratzer“ auf der Geige sind daher verzeihlich.

Einen Leckerbissen für Augen und Ohren bietet die Dance Company, begleitet von einigen Oberstufenmusikern. Lisa Dettling, Larissa Enderle und Katharina Welle sowie Lukas Penka und Tobias Polzin haben zu Karl Jenkins’ „Palladio“ ihre eigene Choreographie entworfen – etwas Menuett und Figuren aus dem klassischen Ballett. Eine gelungene Darbietung, doch ihr zweiter Auftritt lässt das Publikum noch mehr dahinschmelzen: Die bekannten Szenen aus „Titanic“ werden zur Instrumentalversion des Titelsongs entsprechend anrührend umgesetzt.

Der kleine Kammerchor, ein Lehrer-Schüler-Ensemble, ist immer gut für ein Kontrastprogramm: Seine Interpretation von „Hab mei Wage“ ist ironisch-kokett und verlangt vor allem von den Herren in allen Stimmlagen große Sicherheit, während man auf den Samba-Rhythmus von „Smoke gets in your eyes“ am liebsten mittanzen möchte.

Einen der absoluten Höhepunkte bieten die Brackenheimer Philharmoniker mit einem Medley von Cole Porter sowie Melodien aus G.Gershwins „An American in Paris“. Rhythmisch, kraftvoll, akzentuiert, sehr amerikanisch – bei Cole Porter füllt sich das Bürgerzentrum mit Musik, die Welt um einen herum verschwindet, und es macht  gar nichts, dass die Stepptänzer auf der Bühne fehlen, denn man sieht und hört sie förmlich vor sich. Im Vergleich zu Porter ist die Musik von Gershwin filigran. Den vielen verschiedenen Instrumenten gelingt ein wunderbares Zusammenspiel,  und auch bei diesen Stücken befindet man sich bald weit weg, mitten im fröhlichen Großstadtlärm von Paris.

Der Oberstufenchor, begleitet von der Big Band, beendet den Abend und beweist in den unterschiedlichsten Formationen, wie viel Musikalität und großartige Stimmen in ihm stecken.

„Come fly with me“ – Lukas Penka singt, was ihm am meisten liegt, den Swing, in einem lockeren Duett mit Siegfried Liebl, der den Sinatra-Klassiker auch am Flügel begleitet.

Sehr verführerisch und mit ausnehmend guten Stimmen, die bisher im Chor verborgen waren – Elena Jaskowskis cooles Timbre überrascht hier am meisten - becirct eine Mädchengruppe das Publikum mit dem Bekenntnis „I love coffee, I love tea“. Die „Zabergäu-Sisters“ lassen die „Volkshymne“ der Andrew Sisters aus dem 2.Weltkrieg, den „Woogie Boogie Bugle Boy“, wiederauferstehen  - flott, witzig, kess behütet mit  Papierschiffchen.

Die Big Band hat ihren Soloauftritt mit „Critical mass“, dynamischer funky Jazz, bei dem die Bläser nicht nur Begleiter, sondern die Hauptakteure sind.

Aber die beiden Sterne am Musikhimmel, die aus der „Totalen Finsternis“ heraufsteigen, sind Anica Wurmbrand und Lukas Penka mit dem schaurig-schönen Duett aus „Tanz der Vampire“. Ein gefühlsintensiver Wechselgesang, der unter die Haut geht und bei dem Anica, wie schon mehrfach an diesem Abend, beweist, dass sie ganz aufgeht in der Musik, dass die Musicalbühne ihre Welt ist.

Ein absolut gelungener Abend, in dem viel Arbeit steckt – was die künstlerische Gestaltung, aber auch die  Technik betrifft. Ein Sommerkonzert, wie man es sich vorstellt – dank der beiden Musiklehrer Siegfried Liebl und Daniel Strasser sowie vieler fröhlicher, hoch motivierter und hoch musikalischer Schüler.(el)

Bilder der Foto-AG:

     
     
     
     
Bilder von Patrick Allinger: