Deutsche Schüler in Polen
Polenaustausch 2006
Zum 5-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen den Städten Zbroslawice und Brackenheim ging’s auch dieses Jahr wieder nach Polen. Mit dreizehn deutschen Schülern und Schülerinnen und zwei Lehrerinnen kamen wir nach insgesamt 12 Stunden Busfahrt gegen Abend am 18.März in der Partnerschule Kamieniec an. Alle Teilnehmer wurden gleich herzlich von ihren Gastfamilien begrüßt und freundlich aufgenommen.
Am nächsten Tag entschied die jeweilige Gastfamilie das Tagesprogramm.
Am Montagmorgen gingen wir mit unseren Austauschschülern in deren Schule. Danach stand eine Stadtführung in Gleiwitz an. Eines unserer Ziele dort war die höchste Holzkonstruktion der Welt – der Sendeturm des Radiosenders Gleiwitz mit seinen 111m. Er wurde aus Lärchenholz gebaut, welches sehr wetterfest und immun gegen Schädlinge ist, und die Balken sind mit keinem einzigen Eisennagel verbunden, sondern werden von 16 000 Messingschrauben gehalten! Der Turm zählt zu den interessantesten technischen Denkmälern dort in der Gegend und ist deutsches Handwerk – auf Befehl Hitlers erbaut. Im Übrigen löste der,,Überfall“ auf den Gleiwitzer Sendeturm den 2. Weltkrieg aus.
Zum Frühlingsanfang ging’s am nächsten Tag nach Krakau, wo wir den berühmten Wawel besichtigten. Besser gefielen uns Schülern allerdings die vielen Shoppingmöglichkeiten und Cafés.
Breslau – das war unser Ziel am Mittwoch. Unter anderem betrachteten wir das Panoramagemälde, besichtigten die Kathedrale und weitere Highlights der Stadt.
In 3 Tagen 3 Städte – das ist schon anstrengend. Viele von uns waren an diesem Tag gar nicht wirklich wach.
Auschwitz hatten wir uns am Donnerstag als Ziel gesetzt.
Jeder Mensch sollte in seinem Leben einmal diesen Ort des Elends und Schreckens besucht haben. Das war ein Erlebnis, welches uns zeigte, was der Begriff ,,Auschwitz“ wirklich bedeutet. Viele Menschen reden einfach so davon und haben gar keine Ahnung, was damals geschah. Es ist ein bedrückendes Gefühl in einen Raum zu gehen und plötzlich sagt die Museumsführerin: ,,Das waren die Gaskammern, in denen 700 Menschen auf einmal getötet werden konnten.“
Nachmittags besuchten wir einen Reiterhof in Zbroslawice, wo wir allerdings nicht reiten mussten, sondern einfach grillten.
Am letzten Tag sollte es mittags eine Begrüßung durch den Bürgermeister geben, doch der ließ sich vertreten. Anschließend fuhren wir nach Tanowskie-Góry und hatten dort unsere Freizeit.
Abends machten wir uns nach einer langen Verabschiedung auf die Heimreise.
Mit den Vorurteilen würden wir gerne aufräumen, denn so ziemlich alle haben ihre Austauschschüler lieb gewonnen und freuen sich schon auf September, wenn die Polen nach Brackenheim kommen.
Isabella Rupprecht & Linda Deckmann
