Exkursion ins Krebsforschungszentrum Heidelberg
Exkursion als GFS
Das Deutsche Krebsforschungszentrum als Ausflugsziel des Biokurses von Herrn Heinzmann.
Treffpunkt wie bei fast jedem Ausflug war der Lehrerparkplatz am Hirnerweg. Nach Absprache mit Herrn Heinzmann traf sich dort aber nur ein Teil des Biologiekurses. Der andere Teil, zu dem auch ich gehörte, holte einen Schulkameraden von der kurz zuvor bestandenen Führerscheinprüfung ab.
Nachdem wir nach kurzer Verspätung alle in Heidelberg angekommen waren, konnten, wie man so schön sagt, die Spiele beginnen.
Wie die Hühner auf der Stange saßen wir in einer Reihe in dem großen Vortragssaal des Kommunikationszentrums des Deutschen Krebs-forschungszentrums in Heidelberg.
Alle hörten den vortragenden Professoren und Mitgliedern einzelner Forschungsgruppen gespannt zu.
Insgesamt hörten wir an dem Tag vier Vorträge, die alle zirka 40 Minuten umfassten.
Im ersten Vortrag wurden uns die molekularen Grundlagen der Krebsentstehung von Herrn Dr.rer.nat. Thomas Schutz erklärt. Für die meisten von uns war dies schon bekannter Stoff aus dem Biologieunterricht von Herrn Heinzmann. Es gab aber auch einzelne Fakten, die man so noch nicht gehört hatte. Zum Beispiel, dass 90% all derer, die an Lungenkrebs erkranken und sterben, dies nur aufgrund dessen tun, weil sie das Rauchen angefangen haben und nicht aufgeben konnten. Erschreckende Tatsachen!
Eine Tatsache, die jedoch Hoffnung bereitet, ist, dass man mit der Epigenetik ein Forschungsfeld erkundet hat, das in Zukunft als Ersatz für eine Tumoroperation, die Chemotherapie oder die Strahlenbehandlung dienen kann.
Bei der Epigenetik muss man dem Körper nämlich keine eigenen Zellen entnehmen oder diese abtöten, sondern man kann die Fehlfunktion bestimmter Gene „reparieren“ und somit wieder voll funktionsfähig machen.
Im nächsten Vortrag, meiner und auch nach der Ansicht von vielen Mitschülern, der interessanteste, konnten wir Einblicke in das Leben als Forscher erlangen. Eigentlich unabsichtlich, erfuhren wir von Frau Bartscherer, dass man als Wissenschaftler hauptsächlich Englisch spricht und ab und zu nicht immer auf das entsprechende deutsche Wort kommt. So half Herr Heinzmann in einer besagten Situation aus und nannte ihr das Wort „Flügelrand“, nachdem sie vergeblich versucht hatte selbst auf den Begriff zu kommen.
Im weiteren Vortrag erfuhren wir außerdem, dass man als Wissenschaftler die Möglichkeit besitzt neue Entdeckungen selbst zu taufen. Frau Bartscherer hatte erst vor kurzem ein neues Gen für einen bestimmten Signalweg innerhalb des Körpers entdeckt, das sie dann kurzerhand nach dem Namen ihrer kleinen Schwester benannte: „Evi“!
In einer kurzen Pause studierten wir das weitere Programm und erholten uns von fast zwei Stunden konzentriertem Zuhören.
Nachdem wir uns dann schlau gemacht hatten, wie der Rest des Tages ablaufen wird, und wir uns, so weit dies möglich war, etwas gestärkt hatten („Wollen die da an dem Bistrodings nichts verkaufen?“ – „Sieht irgendwie nicht so aus!“), konnte die zweite
Hälfte der Vorträge kommen.
In den nächsten zwei Vorträgen lernten wir durchweg Neues! Auch wenn diese nicht ganz so ansprechend gestaltet und vorgetragen wurden wie die ersten zwei.
Herr Dr. Dr. Peter Huber führte uns in die bildgesteuerte, adaptive Strahlentherapie ein und erklärte uns anhand eines Legomodells, wie ein Behandlungsapparat aufgebaut ist. Diese Behandlungsapparate sind heutzutage inzwischen sogar in der Lage einen 3-D Körper (Tumor) direkt zu bestrahlen, ohne umliegendes Gewebe großartig zu verletzen.
Herr Huber musste jedoch zugeben, dass dies nicht immer so einfach ist: „Treffe ein unsichtbares Ziel mit einem unsichtbaren Instrument.“
Aber auch dieses Problem bekommt man durch entsprechende Simulationen in den Griff.
Frau Bertram, die in der Abteilung der molekularen Toxikologie ihre Bestimmung gefunden hat, erzählte uns in ihrem Vortrag etwas über die Entwicklung von Arzneimitteln, speziell von Krebsmedikamenten.
Sie gab uns aber auch einen gut gemeinten Rat: „Nicht alle Arzneistoffe passen zueinander!“ So muss man zum Beispiel vorsichtig sein, wenn man Antihistamine (Arzneimittel zur Behandlung von Allergien und Magenschleimhautentzündung) zu sich nimmt. In Kombination mit Grapefruitsaft kann dies zu Herzrhythmusstörungen führen.
In der anschließenden Mittagspause konnten wir uns in der hauseigenen Mensa ein gutes und auch sehr günstiges Mittagessen an einer warmen Theke abholen. Nach Speis und Trank im Aufenthaltsraum der Mensa machten wir uns auf den Weg zum letzten Abschnitt des Schülerforums an diesem Tag. In einer Diskussionsrunde mit insgesamt acht Teilnehmern, die das gesamte Feld vom Studenten bis hin zum renommierten Professor abdeckten, konnten wir nun beliebig Fragen stellen.
Die gesamte Diskussion war sehr amüsant, aber auch interessant und fand nach eineinhalb Stunden ihr Ende.
Jeder hatte seine Fragen (manche mehr, manche weniger) beantwortet und Frau Katrin Platzer, stellvertretende Leiterin des Heidelberger Life-Science-Lab, schloss den Nachmittag mit ein paar dankenden Worten an die beteiligten Professoren und Studenten ab.
Mit dem Ende der Diskussion ging auch ein durchweg wissenschaftlich fundierter, aber auch anregender Tag dem Ende zu.
Christian Bucher
Das Deutsche Krebsforschungszentrum als Ausflugsziel des Biokurses von Herrn Heinzmann.
Treffpunkt wie bei fast jedem Ausflug war der Lehrerparkplatz am Hirnerweg. Nach Absprache mit Herrn Heinzmann traf sich dort aber nur ein Teil des Biologiekurses. Der andere Teil, zu dem auch ich gehörte, holte einen Schulkameraden von der kurz zuvor bestandenen Führerscheinprüfung ab.
Nachdem wir nach kurzer Verspätung alle in Heidelberg angekommen waren, konnten, wie man so schön sagt, die Spiele beginnen.

Wie die Hühner auf der Stange saßen wir in einer Reihe in dem großen Vortragssaal des Kommunikationszentrums des Deutschen Krebs-forschungszentrums in Heidelberg.
Alle hörten den vortragenden Professoren und Mitgliedern einzelner Forschungsgruppen gespannt zu.
Insgesamt hörten wir an dem Tag vier Vorträge, die alle zirka 40 Minuten umfassten.
Im ersten Vortrag wurden uns die molekularen Grundlagen der Krebsentstehung von Herrn Dr.rer.nat. Thomas Schutz erklärt. Für die meisten von uns war dies schon bekannter Stoff aus dem Biologieunterricht von Herrn Heinzmann. Es gab aber auch einzelne Fakten, die man so noch nicht gehört hatte. Zum Beispiel, dass 90% all derer, die an Lungenkrebs erkranken und sterben, dies nur aufgrund dessen tun, weil sie das Rauchen angefangen haben und nicht aufgeben konnten. Erschreckende Tatsachen!
Eine Tatsache, die jedoch Hoffnung bereitet, ist, dass man mit der Epigenetik ein Forschungsfeld erkundet hat, das in Zukunft als Ersatz für eine Tumoroperation, die Chemotherapie oder die Strahlenbehandlung dienen kann.
Bei der Epigenetik muss man dem Körper nämlich keine eigenen Zellen entnehmen oder diese abtöten, sondern man kann die Fehlfunktion bestimmter Gene „reparieren“ und somit wieder voll funktionsfähig machen.
Im nächsten Vortrag, meiner und auch nach der Ansicht von vielen Mitschülern, der interessanteste, konnten wir Einblicke in das Leben als Forscher erlangen. Eigentlich unabsichtlich, erfuhren wir von Frau Bartscherer, dass man als Wissenschaftler hauptsächlich Englisch spricht und ab und zu nicht immer auf das entsprechende deutsche Wort kommt. So half Herr Heinzmann in einer besagten Situation aus und nannte ihr das Wort „Flügelrand“, nachdem sie vergeblich versucht hatte selbst auf den Begriff zu kommen. Im weiteren Vortrag erfuhren wir außerdem, dass man als Wissenschaftler die Möglichkeit besitzt neue Entdeckungen selbst zu taufen. Frau Bartscherer hatte erst vor kurzem ein neues Gen für einen bestimmten Signalweg innerhalb des Körpers entdeckt, das sie dann kurzerhand nach dem Namen ihrer kleinen Schwester benannte: „Evi“!
In einer kurzen Pause studierten wir das weitere Programm und erholten uns von fast zwei Stunden konzentriertem Zuhören. Nachdem wir uns dann schlau gemacht hatten, wie der Rest des Tages ablaufen wird, und wir uns, so weit dies möglich war, etwas gestärkt hatten („Wollen die da an dem Bistrodings nichts verkaufen?“ – „Sieht irgendwie nicht so aus!“), konnte die zweite
Hälfte der Vorträge kommen. In den nächsten zwei Vorträgen lernten wir durchweg Neues! Auch wenn diese nicht ganz so ansprechend gestaltet und vorgetragen wurden wie die ersten zwei.
Herr Dr. Dr. Peter Huber führte uns in die bildgesteuerte, adaptive Strahlentherapie ein und erklärte uns anhand eines Legomodells, wie ein Behandlungsapparat aufgebaut ist. Diese Behandlungsapparate sind heutzutage inzwischen sogar in der Lage einen 3-D Körper (Tumor) direkt zu bestrahlen, ohne umliegendes Gewebe großartig zu verletzen.
Herr Huber musste jedoch zugeben, dass dies nicht immer so einfach ist: „Treffe ein unsichtbares Ziel mit einem unsichtbaren Instrument.“ Aber auch dieses Problem bekommt man durch entsprechende Simulationen in den Griff.
Frau Bertram, die in der Abteilung der molekularen Toxikologie ihre Bestimmung gefunden hat, erzählte uns in ihrem Vortrag etwas über die Entwicklung von Arzneimitteln, speziell von Krebsmedikamenten.
Sie gab uns aber auch einen gut gemeinten Rat: „Nicht alle Arzneistoffe passen zueinander!“ So muss man zum Beispiel vorsichtig sein, wenn man Antihistamine (Arzneimittel zur Behandlung von Allergien und Magenschleimhautentzündung) zu sich nimmt. In Kombination mit Grapefruitsaft kann dies zu Herzrhythmusstörungen führen.
In der anschließenden Mittagspause konnten wir uns in der hauseigenen Mensa ein gutes und auch sehr günstiges Mittagessen an einer warmen Theke abholen. Nach Speis und Trank im Aufenthaltsraum der Mensa machten wir uns auf den Weg zum letzten Abschnitt des Schülerforums an diesem Tag. In einer Diskussionsrunde mit insgesamt acht Teilnehmern, die das gesamte Feld vom Studenten bis hin zum renommierten Professor abdeckten, konnten wir nun beliebig Fragen stellen.
Die gesamte Diskussion war sehr amüsant, aber auch interessant und fand nach eineinhalb Stunden ihr Ende.
Jeder hatte seine Fragen (manche mehr, manche weniger) beantwortet und Frau Katrin Platzer, stellvertretende Leiterin des Heidelberger Life-Science-Lab, schloss den Nachmittag mit ein paar dankenden Worten an die beteiligten Professoren und Studenten ab.
Mit dem Ende der Diskussion ging auch ein durchweg wissenschaftlich fundierter, aber auch anregender Tag dem Ende zu.
Christian Bucher
