Besichtigung der Weingärtnergenossenschaft Brackenheim

 
Chemie-Exkursion der Kl.11d am 15.04.2008
 
In vino veritas! - Wir erfuhren am 15. April zwar nicht, welche Wahrheiten im Wein verborgen liegen sollen, dennoch wurde uns die faszinierende Welt des Weins und seine Herstellung anschaulich näher gebracht. Bei einer eineinhalbstündigen Führung durch die Weingärtnergenossenschaft Brackenheim, welche 1925 gegründet wurde und 1981 von ihrem
ursprünglichen Sitz in der Innenstadt zu ihrem heutigen Standort außerhalb von Brackenheim umzog, erklärte uns Herr Eberbach anschaulich, welchen  Weg die Traube vom Rebstock in die Flasche zurücklegt.
Die WG  Brackenheim wurde im Jahr 2005 für 3,5 Mio. Euro umgebaut, um zum einen die  Produktivität zu steigern und sie zum anderen für Privatkunden  attraktiver zu machen. So waren wir beim Betreten des Verkaufsraums von der modernen Architektur, einer Mischung aus natürlichem Stein und warmem Holz, überrascht und fühlten uns zwischen guten Weinen von Anfang an  wohl. Uns wurde erklärt, wie die Trauben im Annahmebereich gewogen und  mittels eines Prismas (dem Refruktometer), das das Licht bei verschiedenen  Öchslegraden unterschiedlich bricht, auf die Qualität hin  überprüft werden. Als wir den Produktionsbereich betraten, fiel uns zuerst der leichte Essiggeruch auf. Herr Eberbach erklärte uns, dass ein Bakterium  namens Acetobacter die Wein- bzw. Fruchtsaftreste auf dem Boden in  Essigsäure umwandelt und dass das der Grund ist, warum die Maische mit „Schwefel“ (Kaliumhydrogensulfit) und die Lagerfässer mit  Schwefeldioxidgas behandelt werden. Alle waren wir im Gärkeller von der Größe der Lagertanks beeindruckt. In den 25.000 Liter fassenden Tanks wird der süße Traubensaft von der Weinhefe in Ethanol und CO2 umgewandelt. Diese hohen Hallen sind förmlich der Geburtsort des Weins, der hier gärt und nach einer Reifezeit von einem halben bis einem Jahr in Flaschen abgefüllt werden kann. Nach der Besichtigung des Produktionsbereichs wurden wir von der WG noch zu einer Weinprobe eingeladen, welche wir natürlich schon voller Vorfreude erwartet hatten. Beim Verkosten eines Perlweins aus dem Jahr 2007 wurde uns dann noch der Unterschied zwischen einem Sekt und einem Perlwein erklärt: Die Kohlensäure im Sekt entsteht bei einer zweiten Gärung, während dem Perlwein maschinell CO2 zugesetzt wird.
Herr Eberbach verwies danach noch auf die Ausbildungsmöglichkeiten im Weingeschäft.
Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei unserem Chemielehrer Herrn Dr.Mann und bei Herrn Thomas Eberbach von der WG Brackenheim, die uns diese Exkursion ermöglicht haben.
Zum Schluss sei noch gesagt, dass dem vernünftigen Genuss von Wein nichts im Wege steht und er in Maßen genossen immer noch am besten schmeckt. Das lateinische Sprichwort bezieht sich vermutlich auf die Wahrheiten und Halbwahrheiten als Resultat des übermäßigen Alkoholkonsums!
 
Lukas Penka