Durch atemberaubende Sandstürme und meterhohe Springfluten

Andreas Kirchgäßners packende Lesereise in die Sahara

Gebannt lauschen die Schüler der Klassen 6 und 7 des Brackenheimer Zabergäu-Gymnasiums am letzten Freitag den spannenden Erlebnissen des Schriftstellers und Journalisten Andreas Kirchgäßner in der marokkanischen Wüste. Und damit sein junges Publikum sich auch wirklich vorstellen kann, wie es an den Schauplätzen, an denen sein Jugendroman „Anazarah“ spielt, aussieht, untermalt er seinen Vortrag mit einer eindrucksvollen Bilderschau. Der Wüstenfreund weiß, wovon er erzählt. Eineinhalb Jahre bereiste er den westlichen Teil der Sahara, besucht bis heute immer wieder Freunde in Marrakesch und Essaouira – und fast hätte seine eigene Tochter das Schicksal ereilt, das er seine Romanheldin, die 14jährige Sarah, gemeinsam mit dem Nomadenjungen Abderrahmane – dessen Vater einige Zeit in Stuttgart lebte und herrlich schwäbelt - und Hund Basti erleben lässt. Die Idee zum Buch kommt ihm, als er in einem ausgetrockneten Flussbett ein Zelt zum Schutz vor den sintflutartigen Regenfällen, die alle paar Jahre die ausgetrocknete Erde für ein bis zwei Tage in einen Blumengarten verwandeln, aufschlägt. Doch während seine Tochter vermeintlich sicher  im Zelt liegt, reißt eine plötzlich auftretende Springflut alles mit sich, und  der besorgte Vater malt sich aus, was passiert wäre, wenn seine Tochter von den Fluten fortgespült worden wäre.
Kirchgäßners Begeisterung und Kenntnis des fremden Landes, sein packender Erzählstil, leise, aber sehr eindringlich, immer wieder mit arabischen Floskeln geschmückt, überträgt sich auf die jungen Zuhörer, die natürlich auch Fragen an den Weitgereisten stellen. Und so erfahren sie, dass in der Wüste mehr Menschen ertrinken als verdursten, dürfen den mitgebrachten feinen Wüstensand, der durch alle Ritzen dringt, selber auf den Händen spüren und lernen, wie man sich den meterlangen Chèche um den Kopf wickelt, der nicht nur vor der Sonne, sondern Nase und Mund auch vor den eindringenden Sandkörnchen schützt.
Literatur und Landeskunde, Spannung und Unterhaltung – Deutsch- und Erdkundelehrerin Aline Birringer plante ein fächerübergreifendes Projekt für ihre siebte Klasse und stieß bei ihrer Suche nach geeigneter Lektüre auf „Anazarah“, erschienen im Horlemann-Verlag, und dass sozusagen als Höhepunkt der Unterrichtsreihe der sympathische Autor aus Freiburg nach Brackenheim kam, um sein Buch vorzustellen, haben nicht nur die Schüler, sondern auch die anwesenden Lehrer von der ersten bis zur letzten Minute genossen. (el)

 

Danke an den Förderverein der Schule sowie an Herrn Knoll von der Buchhandlung Holl&Knoll, Brackenheim, für die finanzielle Unterstützung!