Seminarkurs 2010 - Präsentation in den Räumen der Volksbank in Brackenheim

 

Was Sie schon immer über Brackenheim und Umgebung wissen wollten
Heimatkunde für Fortgeschrittene mit dem Seminarkurs des Zabergäu-Gymnasiums

 

Haben Sie schon einmal etwas vom Scheinbahnhof Brasilien gehört? Oder wussten Sie, dass die Herren von Blankenburg eine Erfindung sind? Kennen Sie das Waldenser-Museum in Nordhausen? Sind Sie schon einmal Des Jones und seinem Winehaus  begegnet? Und was hat Petrus Valdes aus Lyon mit dem Zabergäu zu tun?

Die zahlreichen Gäste, die letzte Woche an zwei Abenden zu den Präsentationen des diesjährigen Seminarkurses des Zabergäu-Gymnasiums in die Brackenheimer Volksbank kommen, erfahren viel Neues über die ältere und neuere Geschichte, Verkehrspolitik, Behindertenfreundlichkeit, Industrieansiedlungen der „schwäbischen Toskana“.

Auch die Schüler der Jahrgangsstufe 12 haben in diesem Schuljahr, begleitet von Alexandra Feyel, Dr.Bettina Klein-Ilbeck, Christina Sonntag, Bodo Bethke und Rafael Schäfer sowie rhetorisch geschult von Joachim Tietz, sehr viel gelernt: über ihre Themengebiete, aber auch zu recherchieren, in Archiven nachzuforschen, Interviews zu führen, Statistiken zu erstellen und das Erarbeitete dann auch ansprechend und verständlich zu präsentieren. Bei ihren Nachforschungen erfahren sie überall wertvolle Unterstützung, sei’s vom Leiter des Güglinger Römer-Museums, vom Vorsitzenden des Brackenheimer Partnerschaftskomitees oder vom Erbgrafen zu Neipperg, um nur einige zu nennen. Nach der „Stoffsammlung“ dann die Feinarbeit: Wie viele Folien kann man in der Powerpoint-Präsentation sinnvoll verwenden? Was muss man beim Vortragen beachten? Welche Rolle spielen Mimik und Gestik, aber auch die Kleidung? Die Problematik wird einem erst wirklich bewusst, wenn man außerhalb der schützenden Schulmauern vor einem unbekannten Publikum referiert.

Einige der Schüler erwecken besonders viel Interesse mit ihren Vorträgen, z.B. Niklas Pielenz mit seinen Vorschlägen, wie man Brackenheims Partnerschaften mit Frankreich, Italien, Polen und demnächst auch Ungarn für junge Leute ansprechender gestalten könnte – eine Frage, die sich wohl die meisten Partnerschaftskomitees stellen. Jonas Freitag mit seinem sehr lebendigen Vortrag über Tourismus und Stadtmarketing schlägt dem Tourismusbüro vor, die Werbung stärker zu emotionalisieren und so attraktiver zu machen – und wäre sicher ein Gewinn für den Neckar-Zaber-Tourismus e.V . Philip Reese hat sich mit einem dunkleren Kapitel der Geschichte beschäftigt, dem Antisemitismus im Zabergäu, und beeindruckt in freier Rede mit seinem nahezu perfekten Vortrag. Und dass man auch die Geschichte der Zabergäu-Bahn unterhaltsam präsentieren kann, beweist Judith Bühler mit ihrem frischen, fröhlichen und sehr persönlichen Referat, das das Publikum anspricht. Und vielleicht hat auf lange Sicht Grégoire Rumms Untersuchung über die Barrierefreiheit der Zabergäuer  Arzt- und Physiotherapiepraxen positive Folgen für die behinderten Bürger.

Ein Dankeschön geht an alle Referenten, an die Conférenciers Lisa Tietz und Raphael Kirsten sowie an den Leiter der Volksbank, Helmut Maichle, für die großzügige Überlassung seines Konferenzraums, was den Präsentationen alle Jahre wieder ihr besonderes Flair verleiht. (el)

Die Seminarkursteilnehmer...... und ihre betreuenden Lehrer.