Erfolg mit Nachhaltigkeit verbinden

 

 

 

Vorstandsvorsitzender Martin Wilhelm und Anja Walthart (hier mit der übergroßen Zabercard) übergeben Heidi Tilgner-Stahl den Scheck. Foto: Stefanie Pfäffle

Brackenheimer Schülerfirma CMM des Zabergäugymnasiums übergibt 2520 Euro an Herzkinder

Von Stefanie Pfäffle

Am Anfang stand nur eine Idee, und am Ende machten die Aktionäre einen Gewinn von fast 160 Prozent – eine absolute Traumquote. „Bei diesem Kurs lief alles eine Nummer größer“, weiß auch Wirtschaftslehrerin und Schulpatin Anke Hertner. Nach einem überaus erfolgreichen Jahr hat sich die Schülerfirma „Charity meets Media“, kurz CMM, am Brackenheimer Zabergäugymnasium wieder aufgelöst. Größter Erfolg: die Übergabe von 2520 Euro an die Herzkinder Unterland.

Jahr für Jahr beteiligen sich weit über 100 Schülergruppen allein in Baden-Württemberg am Junior-Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Möglichst lebensecht werden Firmen gegründet, Produkte entwickelt und an den Mann gebracht, Löhne und Steuern bezahlt – kurz, die Theorie aus dem Unterricht in die Praxis umgesetzt.

Vermarktung Die 19 Teilnehmer des Wirtschaftskurs am Zabergäu-gymnasium überlegten lange, welches Produkt sie vermarkten wollen. „Es sollte neu und praktisch sein, etwas, was jeder gebrauchen kann“, erinnert sich Anja Walthart aus der Marketingabteilung. Einer aus der Gruppe kannte diese USB-Sticks im Scheckkartenformat, die man praktisch immer im Geldbeutel mit sich tragen kann, bis dahin aber nicht im Einzelhandel zu kaufen waren. Die Idee für die Zabercard war geboren.

Die Scheckkarte sollte mit Werbebannern bedruckt und damit komplett fremd finanziert werden. Diese Firmen zu finden, war die erste große Herausforderung. „Das hat etwas gedauert, deswegen konnten wir erst im Februar mit dem Verkauf beginnen“, erzählt Vorstandsvorsitzender Martin Wilhelm. Doch genau die Werbepartner waren der Schlüssel zum Erfolg. Durch sie konnte CMM mit einem Verkaufspreis von 12,90 Euro unter dem Marktpreis bleiben und gleichzeitig sechs Euro pro Karte für einen guten Zweck spenden.

Denn das war den Schülern besonders wichtig: „Es geht nicht immer nur um Geld und Erfolg, sondern der Unternehmer von heute sollte sich auch um die Nachhaltigkeit kümmern.“ Bei der Schulverkaufsparty wurden bereits 150 der vorrätigen 500 Karten verkauft. Danach gingen die Zahlen aber zurück, erste Zweifel kamen auf, ob man sich mit der Anzahl nicht übernommen hat. Doch gerade aus solchen Situationen nehmen die Jugendlichen viel mit. „Teamfähigkeit, Konflikte lösen und vor allem in schweren Phasen an einen Strang zu ziehen“, listet Wilhelm beispielhaft auf. Die Erfolge ließen nicht auf sich warten. Auftritte bei der Juniormesse in Sindelfingen und der internationalen Handelsmesse in Wien gehören neben dem vierten Platz beim Landeswettbewerb zu den nachhaltigsten Erfahrungen.

Artikel in der , Werbung im Radio, Flyer, Plakate – all das kurbelte den Verkauf an, so dass am Ende 420 Stück den Besitzer wechselten. Besonderer Hingucker: die lebensgroße Zabercard, die über die Messen lief.

All das erforderte jede Menge Arbeit. Wöchentliche Treffen der gesamten Firma, dazu Chats im Internet, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Da kamen bei manchem 30 bis 40 Stunden pro Monat zusammen. „Wir hätten das Projekt natürlich auf wesentlich niedrigerer Schiene fahren können, aber es war uns eben wichtig“, erklärt Wilhelm

Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die 90 Anteilseigner vergoldeten ihre investierten zehn Euro in eine Ausschüttung von 25,97 Euro. Noch wichtiger aber ist die Spende für die Herzkinder Unterland. „Damit hätte ich niemals gerechnet“, gibt deren Vertreterin Heidi Tilgner-Stahl glücklich zu.

Heilbronner Stimme vom 17.7.2010