Begeisterndes Weihnachtskonzert mit musikalischen Botschaften, die berühren
Das Weihnachtskonzert des Brackenheimer Zabergäu-Gymnasiums am letzten Mittwoch in der bis auf den letzten Platz gefüllten evangelischen Stadtkirche ist in diesem Jahr geprägt von den vielen Abiturienten aus dem Neigungskurs Musik, die in professioneller Perfektion als Gesangs- und Instrumentalsolisten sowie als Komponisten auftreten. Das Programm ist wie immer vielseitig, dennoch fast durchgehend festlich, geradezu feierlich, und zieht rasch das Publikum in seinen Bann.
Die Bigband, mit so vielen Mitgliedern wie nie zuvor, schafft es, ‚verhalten‘ laut zu spielen. Michael Kühnes Klarinettensolo „Memories of you“ von Benny Goodman ist weich, gefühlvoll, zurückhaltend begleitet von Schlagzeug und Klavier, zum Träumen!
DER Weihnachtsohrwurm par excellence, „Last Christmas“ von Wham, gehört zu den heiteren Stücken des Abends, ein Musikstück, das der Vollblutmusikerin Anica Wurmbrand aus der Seele kommt – und es ist auch ihr persönliches ‚last Christmas‘ als Schülerin in einem Weihnachtskonzert.
Der große Oberstufenchor muss am Altar eng zusammenrücken, aber seine getragenen Stücke passen gut zu Krippe und Christbaum, die in diesem Jahr zum ersten Mal während des Konzerts aufgebaut sind. Metallicas nachdenkliches „Nothing else matters“ wird durch Astrid Mörks einfühlsames Solo auf dem Violincello nahezu spirituell – und in der Kirche ist es außergewöhnlich still.
Lebendig, wenn auch ernst, und hinreißend schön ist die Komposition „You are made ….my child“ von Matthias Trumpp, dargeboten im Duo mit Johanna Plehn, von Matthias auch noch auf dem Klavier begleitet. Johannas klare, weiche Stimme, ihr Charme, dazu Matthias als Sänger und versierter Pianist – viele TV-Vorabendserien würden mit diesem Song aufgewertet. Genauso wie mit Svenjas Mielkes „Dreh dich um“. Auch sie begleitet das durch viele Sprünge nicht leicht zu singende Chanson selbst auf dem Klavier, und dem Publikum geht die spürbare Trauer um eine zerbrochene Liebe unter die Haut!
Memories, Last Christmas, Abschied! Der Kammerchor widmet sein „African Lullaby“, ein reizvolles, traditionelles Wiegenlied, a capella teils in Zulu, teils in Englisch gesungen, nur von Simon Höger auf dem Cajón begleitet, dem vor kurzem verstorbenen Kollegen Joachim Tietz, der viele Jahre Mitglied im Chor war und bei unzähligen Veranstaltungen mitwirkte.
Stilwechsel: Mit den Brackenheimer Philharmonikern wird es klassisch. Zuerst ein Andante cantabile von Tschaikowsky, ein sehr ruhiges Werk, dann Mozarts Flötenkonzert in G-Dur mit Mareike Sinz‘ virtuosem Solo auf der Querflöte, lebhaft, fast tänzerisch – und man bewundert ihre Fingerfertigkeit und die Leichtigkeit, mit der sie die enorm schnellen Triller und schwierigen Passagen meistert.
Posaunen, Trompeten, Jubelgesang: Mendelssohn-Bartholdys Choralkantate „Vom Himmel hoch“! Was für ein Klangteppich breitet sich von der Empore, wohin die Philharmoniker aus Platzmangel ausweichen mussten, im gesamten Kirchenraum aus.
Und schließlich das von allen gesungene „O du fröhliche“ – seit vielen Jahren eine schöne Tradition am Ende des Weihnachtskonzertes.
Begeisterter Applaus nach einem ergreifend schönen Musikabend! Hochachtung vor der Leistung der Schüler, den Musiklehrern Siegfried Liebl und Daniel Strasser! Danke an Hansjörg Döbele, Andreas Scheer und Georg Weber für ihre musikalische Unterstützung. Frohe Weihnachten! (el)
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