Wenn die Sprache der Musik spricht, wird Weihnachten hörbar
Die vielen Besucher, die sich nach dem Weihnachtskonzert der Unterstufe des Brackenheimer Zabergäu-Gymnasiums im Foyer des Bürgerzentrums zu munteren Gesprächsgrüppchen zusammenfinden, sind sich einig: Es war wieder einmal ein großartiges musikalisches Erlebnis, was die jungen Künstler boten, und für so manchen ‚gestressten Zeitgenossen‘ das erste Mal in diesem Jahr, dass sich ein Weihnachtsgefühl einstellt.
Während draußen die ersten Schneeflöckchen für den passenden Rahmen sorgen, geht es drinnen heiß zu, denn die vielen, vielen Akteure müssen auf der Bühne ihren Platz finden. Doch die Musiklehrer Miriam Burkhardt, Dana Herzog, Dorothee Rieger, Siegfried Liebl, Daniel Strasser sowie Musikmentorin Friederike Schweiker dirigieren die kleinen Sänger, Geiger, Bläser und Schlagzeuger erfolgreich durch den Abend, und so fügt sich alles zu einem weihnachtlichen Kaleidoskop zusammen.
Die Streicher der 5.Klassen erstaunen mit ihrer Genauigkeit und geradezu schwungvoll präsentierten Weihnachtsliedern – nach nur knapp vier Monaten Unterricht – das Publikum, das sich gleich zum Mitsingen einladen lässt. Auch die jüngsten Flötisten zaubern dank der großen Zahl einen außergewöhnlich vollen Klang auf die Bühne, und da stört ein leise verhauchtes Tönchen überhaupt nicht.
Ein alljährlicher Publikumsliebling ist das gewaltige Unterstufenorchester, das kaum mehr auf die Bühne passt und das an diesem Abend noch mit drei jungen Damen mit kessen Nikolausmützchen als attraktivem Farbtupfer aufwartet. Verführerisch und ganz unweihnachtlich hauchen Kathrin Haffinger, Chiara Lang und Heike Petzold ihr „Santa Baby“ in den Saal (Marilyn Monroe hätte es auch gefallen) und ernten kräftigen Applaus und verdiente Bravo-Rufe. Leonard Cohens unsterbliches „Hallelujah“ rundet den Auftritt des Orchesters ab. Was für eine tolle Leistung!
Wie groovig selbst unsere deutschen Weihnachtslieder klingen können, beweisen Chor und Flöten-AG der Klassen 5 mit der „Swingenden Weihnacht“ von Wieland Kleinbub – und wie Musik die Herzen öffnen und einem Obdachlosen (Jan Jerlitschka) ein unerwartet schönes Weihnachtsfest bei einer alten Dame (Miriam Hertner) bescheren kann. Und natürlich sind in diesem Weihnachtsmärchen die beiden Schüler (Henri Koch, Tim Schaul) so selbstlos, dass sie das als Straßenmusikanten verdiente Geld nicht für einen neuen Gameboy ausgeben, sondern damit das Leben des Obdachlosen für ein paar Tage erträglicher machen. Und selbst ein Polizist (Marius Langjahr) lässt sich von der Musik zu Tränen rühren und weint in ein Taschentuch im Tischdeckenformat.
Beendet wird der Abend vom Chor der Klassen 6 und 7 und einer außergewöhnlichen Auswahl englischsprachiger Lieder, die so schön sind und so perfekt, dass der Ausfall eines Mikrofons just beim Solo von Florence Heinkelein fast nicht stört. Ihre klare Stimme wird noch in der letzten Reihe gehört.
Die Zutaten zu diesem langen, aber kurzweiligen Abend? Man nehme hochmotivierte Musiker (nicht zu vergessen die Techniker), ein hervorragendes Musiklehrerteam, ein begeistertes Publikum – dann erklingt die Musik fast wie von selbst. (el)
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