Weihnachtliches Klangerlebnis lädt zum Innehalten ein

Wenn das Zabergäu-Gymnasium zum Weihnachtskonzert einlädt, ist guter Platz zwar nicht teuer, aber rar. Daher kommen die ersten Gäste am letzten Montag bereits eine Stunde vor Konzertbeginn und erleben noch Teile der Chorprobe mit, genießen also einige Lieder an dem Abend doppelt.
Kurz vor Beginn summt und brummt es noch überall. Doch bei den ersten Orgeltönen wird es still in der Stadtkirche, in der wie immer viele Gäste nur einen Stehplatz gefunden oder sich auf der Treppe zur Empore niedergelassen haben.
Organist Moritz Schmoll (J2) eröffnet virtuos das Konzert mit dem Präludium in C-Dur von Buxtehude.
Weihnachtlich geht es mit Dorothee Riegers Chor der 5.Klassen weiter, kleinen Engeln in weißen Tops, begleitet von Dana Herzogs Flötenensemble. Die klaren Mädchenstimmen passen nicht nur zu den europäischen Hirtenliedern, auch das Spiritual „Rise up, shepherd, and follow“ klingt perfekt – und den donnernden Applaus hat der Nachwuchs verdient.
Mit dem  „Winter“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ beweist das Flötenensemble seine Fortschritte in  den  letzten Jahren. Vor allem das Allegro Molto fordert die Flötistinnen, und das Publikum wartet mit dem Applaus erst gar nicht bis zum Ende des Vortrags. Star des Ensembles ist Jule Hamp. Mit ihrem rasanten und  brillanten Spiel beeindruckt sie neben Posaunist Julian Kornherr auch bei Daniel Strassers Brackenheimer Philharmonikern mit G.Ph.Telemanns Sonate in f-moll. Auf der hinteren Empore erheben sich viele Gäste. Sie wollen den  musikalischen Wirbelwind nicht nur hören, sondern auch sehen.
Ein weiteres Highlight ist Miriam Burkhardts Oberstufenchor.
„Irgendetwas bleibt“ von Silbermond passt melodisch und inhaltlich durchaus auch in eine Kirche, und natürlich darf Leonard Cohens emotionales „Hallelujah“ nicht fehlen. Dieser in unendlichen Versionen gecoverte Song besticht durch die Intensität, mit der er sich auf den Refrain zu steigert und fast triumphal endet, was der Chor auslebt. Und wenn ein Komponist zu Weihnachten und zur Kirche passt, dann John Rutter. Wunderschön bereits das Klaviervorspiel von „For the beauty of the earth.“ Ein Lied zum Träumen. Chor, Dirigentin und Publikum sind gleichermaßen begeistert.
Anspruchsvoll  der Lehrer-Eltern-Projektchor, der mit dem Oberstufenchor klassische Rockmusik präsentiert, Cold Plays „Viva la vida.“ Eine musikalische Herausforderung für Chor und Orchester, mitreißend, grandios. Nicht minder ergreifend Mendelssohns „Geburt Christi“, das geradezu auffordert, in die Kirche hineinzuschmettern – um dann im zarten „Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern“ zu verklingen. 
Und alle Jahre wieder krönt ein von allen gesungenes „O du fröhliche“ den wunderschönen Abend.
Stehende Ovationen belohnen die großartige Leistung. Doch ein Wermutströpfchen gibt es für die begeisterte Zuhörerin Andrea Höra: „War super toll, nur die Zugabe hat gefehlt.“
Aber es gibt ja ein nächstes Weihnachtskonzert, worauf sich Mitwirkende und Publikum beim anschließenden Glühwein jetzt schon freuen.  el

 

Herzlichen Dank an Jerg Pfeil, der bereitwillig als Fotograf ausgeholfen hat.

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