Die Unterstufen-Theater-AG des Zabergäu-Gymnasiums jagt den „Denker"


Ein Potpourri aus Spukschloss, Al Capone, Musik und ganz viel Äggschn  

Typisch Lehrer!" Damit hat Bea (Bela Koch) alles gesagt. Der Vorschlag ihres Lehrers, ein Theaterstück nach alter Tradition aufzuführen, gefällt den Schülern ganz und gar nicht. Warum schreiben sie nicht selber einen Krimi? Ein Potpourri aus „Der Alte", „Derrick", „Tatort" - Vorbilder gibt es genug. Und natürlich mit sehr viel „Äggschn"! Flugs werden aus aufmüpfigen Schülern leichte Mädchen  wie Joujou (Bianca Dörr) oder die flotte Lotte (Melina Martin), schwere Jungs, Polizisten und jede Menge Geister, echte und unechte.

Eine verruchte Spelunke in einer Großstadt mit schummrigem Licht und Tangomusik. Statisten sitzen an kleinen Bartischchen, doch mit wem soll man die Hauptrollen besetzen? Von der Bühne werden „Headhunter" ins Publikum geschickt, dem es ganz blümerant wird. Einige todesmutige Eltern, Lehrer und Mitschüler lassen sich tatsächlich am letzten Schulwochenende auf ein Mini-Casting ein in den Gängen der Brackenheimer Mensa, die für kleinere Aufführungen dank ihrer Bühne auch bestens als Theater geeignet ist. Doch nach einigen Minuten die erhoffte Entwarnung. Der Pulsschlag sinkt wieder. Natürlich sitzen mitten in der Zuschauerschar bereits Schüler in Maskerade, die schon seit Beginn der Aufführung auf ihren Auftritt warten.

In der schummrigen Bar platzt derweil die Bombe: Der großspurige „Denker", ein offensichtlich lampenfieberfreier Felix Grabscheit, eine ideale Besetzung, ist aus dem Gefängnis entlassen und plant den nächsten Coup: einen Einbruch beim alten von Knochenstein, den er um seinen gesamten Zaster bringen will. Dazu braucht er „Hackfleisch-Ede" (Leonie Baum) und „Chicago-Paulchen" (Lea Goeppert), die als Gespenster die nötige Vorarbeit leisten sollen. Doch sie haben die Rechnung ohne die echten Schlossgeister gemacht, die gleich im knappen Dutzend auftauchen, attraktiv in Laken gehüllt, und die kriminelle Bande außer Gefecht setzen. Nun hat Geheimagent Siebenthaler „0013" (Stefan Reichert) leichtes Spiel: Mit Schirm, Melone und  recht uncharmant nimmt er den sichergestellten Zaster an sich - und entschwindet in die Südsee.

Die Probe ist zu Ende, die Klasse hat ihren Krimi, dem es an nichts fehlt - und das Zabergäu-Gymnasium hat hoffnungsvolle Nachwuchsschauspieler, die mit Raphaël Solian dieses schwungvolle Grusical einstudiert haben. Die witzige Handlung gefällt Akteuren wie Publikum, und in der üppigen Maske oder flotten Klamotten lässt es sich einfach leichter spielen. Für zusätzlichen Schwung sorgen auch die musikalischen Nummern: ein flotter Marsch, mit dem sich die schnauzbärtigen Polizisten (Sebastian Mauch, Jan Wasserbäch) vorstellen, „Ich war ein armer Waisenknabe", ein etwas kratziges Chanson, mit dem Axel Hall alias „Harpunen-Max" als Sänger debütiert, das witzige Otto-Lied, gesungen von kessen Bienen und alles temperamentvoll von Denise Felker am Klavier begleitet.

Die noch sehr junge Truppe hat ihren Auftritt erfolgreich gemeistert. Man darf also gespannt sein auf die nächsten Darbietungen.(el)