Aglaia
„Jeder müsste singen können, dann gäbe es nur fröhliche Menschen"
Das Schuljahr am Zabergäu-Gymnasium endet mit einem musikalischen Feuerwerk
Brillant, virtuos, phantastisch! Die Zuschauer im vollbesetzten Bürgerzentrum sind begeistert von der Vielseitigkeit und dem enormen Können der jungen Sänger, Streicher und Flötisten, die mit einem außerordentlich gelungenen Musikabend den kulturellen Reigen der Schule beenden - und Maßstäbe für die kommenden Jahre setzen.
33 Fünftklässler, die gesamte neu gebildete Streicherklasse, die vor einem Jahr noch nicht einmal einen Bogen richtig halten konnten, eröffnen den Abend mit „Freude schöner Götterfunken", noch ein bisschen zu sehr „adagio", dafür aber technisch sauber.
Klare, kräftige Stimmen, akzentuierte Sprache, erstaunlich viele gute Solosänger - so präsentiert sich der Chor der Klassen 6 und 7. Mühelos der Wechsel von ABBA zu einem Potpourri internationaler Volksmusik, in mehreren Sprachen gesungen, schwungvoll, mitreißend. Ob sie die Herzen ihrer Angebeteten erobert haben, wissen wir nicht. Die Herzen der Zuhörer fliegen ihnen ohne Zweifel zu: Moritz Lakotta mit dem witzigen „Ich wollt', ich wär' ein Apfel" und dem „armen Italiano" Aaron Simpfendörfer.
ABBA ist in, und daher hat sich auch das Flötenensemble drei Titel von ihnen ausgesucht. Apart, aber sicher nicht einfach, die bekannten Popsongs auf Blockflöten so zu spielen, dass der Charakter erhalten bleibt. Doch das Grüppchen, ein Junge und vier Mädchen, beherrscht die Instrumente.
Der Höhepunkt des Abends ist das Märchenmusical „Aglaia" von Andreas Hantke. Mit viel Witz, Gags, phantasievollen Kostümen, vor allem aber mit enormem musikalischem Talent verzaubern und unterhalten die Sänger der 5.Klassen ihr Publikum.
Seit der Hofkapellmeister mit der Köchin durchgebrannt ist, herrscht im Schloss des Königs Nepomuk XXXVII (Manuel Hoffmann) Trauer. Ohne Musik kann Prinzessin Aglaia nicht mehr lachen. Schleunigst wird also ein Sängertreffen auf dem Schloss organisiert, und der Sänger, der die Unglückliche wieder aufheitert, soll mit ihr vermählt werde.
Alle Bewerber haben ihren eigenen Musikstil - Hip-Hop, romantische Ballade, Schlager, Chanson -, was das Musical abwechslungsreich macht und zeigt, dass die kleinen Sänger in jedem Genre zu Hause sind. Köstlich die Jury: „Nett, sehr nett, aber....", und dann folgen jede Menge lateinischer Adjektive, die dem unkundigen Hofnarren (Talha Ekici) mit viel Ironie und Schlagfertigkeit erklärt werden. Schließlich erlöst der Troubadour Osiander (David Schilling) die Prinzessin (Marina Murmann) von ihrer Trübsal. Marina, klein, zierlich, aber mit glasklarer, fester Stimme, und David beweisen mit ihrem schwierigen Duett „Seitdem du bei mir bist", dass am Brackenheimer Sänger-Himmel zwei neue Sterne leuchten.
Den stürmischen Applaus haben sich alle jungen Künstler redlich verdient, aber auch die motivierenden, engagierten Musiklehrer Dana Herzog, Dorothee Rieger, Siegfried Liebl und Daniel Strasser, assistiert von zwei hervorragenden Musikmentorinnen, Dorothea Plehn und Nina Reichert, sowie acht Musikern aus dem Oberstufenorchester.
Bleiben wir bei ABBA: Thank you for the music!!! Es war einfach nur toll! (el)
