"Cabaret" am Zabergäu-Gymnasium am 11., 12. und 13.Juli

Musiklehrer bekommen ihr Musical
Von Ulrike Maushake  -   Heilbronner Stimme, 20.6.2008

Die Vorbereitungen der Theatergruppe laufen auf Hochtouren. Großen Spaß haben die Gymnasiasten bei den Proben zum neuen Stück, das ab 11. Juli drei Mal aufgeführt werden soll.Foto: Ulrike Maushake

 

Brackenheim - Da war ein Cabaret. In einem Land, das Deutschland heißt. In einer Stadt namens Berlin." Der Schriftsteller Cliff Bradshaw alias Marius Blatt erinnert sich. Schmerzlich, die Erinnerungen an Berlin. Dort zerbrach seine Liebe zur Nachtclubtänzerin Sally Bowles. Denn das Berlin, um das es hier geht, ist das Berlin der 30er Jahre. Kein guter Ort, keine gute Zeit für Liebende.

Mit dem Musical Cabaret wartet die Theatergruppe des Zabergäu-Gymnasiums in diesem Jahr auf. Geschrieben haben es Fred Ebb und Joe Masterhoff, nach einem autobiographischen Roman von Christopher Isherwood.

Ungeschminkt Noch proben die Schauspielerinnen und Schauspieler ungeschminkt, in Jeans und Turnschuhen. Noch seufzt Welf Schoch gelegentlich auf. Eigentlich wollte er doch „Die Physiker" auf die Bühne bringen. Eigentlich sollte es doch das letzte Mal sein, dass er die Leitung der Theatergruppe übernimmt.

Aber die Musiklehrer wollten partout ein Musical. Und im nächsten Jahr sind die Schüler, mit denen man so etwas inszenieren kann, nicht mehr da. So hat sich Welf Schoch noch mal breitschlagen lassen, verschob die Physiker und damit den Plan, als Theaterdirektor in den Ruhestand zu treten. „Wer macht eigentlich den Affen?" erkundigt er sich. Und wo denn die „two Ladies" seien? Die „two Ladies", Dorothea Plehn und Anica Wurmbrand, erscheinen gerade im braven Dirndl. Das steht im starken Gegensatz zu dem, wovon sie nun singen: einer frivolen Dreierbeziehung, die sie wahlweise mit Carsten Engel oder Birger Roß unterhalten - die Rolle des Conférenciers ist doppelt besetzt.

Kenner Siegfried Liebl unterstützt die Gesangs- und Tanzproben auf dem Piano. Er kennt Cabaret gut, hat als Musiker schon einmal dabei mitgewirkt, es war sein Wunsch, seine Idee.

Choreographie „Ihr müsst die Röcke heben", sagt die Sportlehrerin Inge Schön. Sie choreographiert das Stück, und gerade hat sie ein Problem mit dem Schal von Sally Bowles. Das ist Jennifer Hötzl, die nun mit ihrem Schal allerhand probiert und dabei auch die Anweisung befolgt, größere Schritte zu machen. Dass sie dabei auch noch singen kann, ist erstaunlich.

Im Nebenraum dirigiert Daniel Strasser das Orchester. Die Musik, gesetzt von John Cander, stellt hohe Anforderungen an die zum Teil noch sehr jungen Musiker. Die Tonarten seien schwierig, sagt er, mit vielen Vorzeichen. Rasch, der Wechsel der Instrumente, der Tempi, der Rhythmen. Und es sei nicht einfach, den Stil, die Atmosphäre dieser Musik einzufangen.

Im Zeichensaal schuftet die Gruppe, die immer im Hintergrund arbeitet: Die Bühnenbild-AG mit Sybille Proksch. Grandios, die riesigen, leuchtenden Riesenbuchstaben vom Nachtclub. Fassungen für 200 Glühbirnen wurden hier verschraubt und verkabelt. Das war die Beschäftigung der Abiturienten in den Pfingstferien. Auf dem Boden liegt ein großes Satintuch mit aufgemalten Marktmotiven. Die Frage steht im Raum, wie das alles eigentlich zum Bürgerzentrum transportiert werden soll? Gesucht wird noch ein Sofa aus den 30ern. Und ob nicht vielleicht Leser der Heilbronner Stimme eins ausleihen könnten? Möglichst einen Zweisitzer.

Aufführungstermine von Cabaret: Freitag, 11., Samstag, 12., Sonntag, 13. Juli, jeweils 19.30. Karten kosten zehn beziehungsweise fünf Euro. Der Vorverkauf startet am Montag, 23. Juni. Karten gibt es in Brackenheim im Sekretariat des ZGB und im Reisebüro Deigner, in Güglingen in der Buchhandlung Taube.