Brackenheim - Schmachtende Blicke. "Liebst du mich, sag, liebst du mich?", wollen die Frischvermählten voneinander wissen. Romantischer könnte das Liebesduett von Harry und Mary kaum sein − lägen auf dem Boden nicht die bewusstlosen Hochzeitsgäste. Und über die muss Harry seine Braut nun auch noch hinwegtragen. Gar nicht so einfach: Da ist zum einen das bodenlange Hochzeitskleid, und auf der relativ kleinen Bühne bleibt zudem nur wenig Platz zum Bewegen.
Doch die jungen Schauspieler nehmen es gelassen: Mit den Proben zum Musical "Hey Harry, marry Mary" sind die Schüler des Zabergäu-Gymnasiums insgesamt sehr zufrieden.
Es ist ein großes Projekt: Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Theater AG, etwa 15 Mitglieder der Bühnenbild AG, dazu noch die Orchester AG und der Chor aus Schülern, Lehrern und Eltern werden bei dem Musical mitwirken. "Eine Massenszene wie die Hochzeitsfeier ist relativ schwierig zu koordinieren", sagt Sarah Jenz, Leiterin der Theater AG und verantwortlich für die Gesamtleitung des Schauspiels.
Es ist ihr erstes Theaterprojekt am Zabergäu-Gymnasium, und die Proben, die bereits seit September vorigen Jahres laufen, machen ihr "wahnsinnig großen Spaß": "Die Schüler sind alle sehr engagiert und offen. Teilweise bekommen sie beim Spielen selber tolle Ideen."
Nervensäge Die Professionalität der Truppe zeigt sich auch bei der Umsetzung der Regieanweisungen von Sarah Jenz: "Es ist eine Hochzeitsfeier. Da muss Riesenstimmung herrschen." Und ihre Kollegin Inge Schön, die Leiterin der Musical und Tanz AG, ergänzt: "Denkt dran: Heiratsvermittler Edgar ist eine Nervensäge. Das muss man auch an der Mimik der anderen Schauspieler merken."
Konflikt Konzentriert, aber locker proben die Darsteller: Die lustige Liebesgeschichte zwischen dem Briten Harry und der Irin Mary kommt sichtlich gut an. Denn eigentlich dürften die beiden gar keine Gefühle füreinander hegen. "Der Konflikt zwischen England und Irland im Jahr 1916 ist auf amüsante Weise in die Handlung eingearbeitet. Normalerweise wird die Problematik als Tragödie aufgeführt", erläutert Siegfried Liebl. Als Komödie gehe die Story aber gut aus. Bereits als Referendar hat der Leiter des Chors das flotte Musical geschrieben. Die Kombination aus Gesang, Tanz und Bewegung sei schon ein wenig schwierig, berichtet Hauptdarstellerin Johanna Plehn.
Eine Herausforderung stelle zudem die Doppelbesetzung der beiden Hauptfiguren dar: "Jeder von uns interpretiert die Rolle anders. Man muss sich auf den jeweiligen Partner einstellen", so Grégoire Rumm. Die beiden Darsteller haben nun erst einmal Pause, denn jetzt proben Anica Wurmbrand und Philip Reese die Hochzeitsszene.
Aufgeführt wird das Musical vom 15. bis 17. Juli im Bürgerzentrum Brackenheim ab 19.30 Uhr. Der Kartenvorverkauf findet in Brackenheim im Zabergäu-Gymnasium und im Reisebüro Deigner, in Güglingen bei der Buchhandlung Taube statt.