Im Himmel ist die Hölle los - und in der Hölle erst recht

Die Theater-AG des Zabergäu-Gymnasiums unterhält mit einer himmlischen Komödie
Eine vergnügliche Stunde bereitete die Unterstufen-Theater-AG des Zabergäu-Gymnasiums am letzten Dienstag den Zuschauern in der Mensa der Schule mit der turbulenten Weihnachtskomödie „Im Himmel ist die Hölle los" unter der Leitung von Rafaël Solian.
Im blitzblanken, lichtdurchfluteten und septisch reinen Himmel lässt es sich bei moderaten Temperaturen angenehm leben. Sollte man meinen. Doch auch in diesen Gefilden gibt es einige unzufriedene Gestalten, z.B. den äußerst behaarten Knecht Ruprecht (Felix Grabscheit). Nahezu komatös hängt er im Himmelspfortenbereich auf dem Stuhl, lustlos, geldlos, ohne Aussicht auf eine Weihnachtsgratifikation, also ohne Aussicht auf einen baldigen Friseurtermin. Petrus (Marius Kühnert), ebenfalls mit Rauschebart, läuft sinnend umher. Irgendetwas braut sich kurz vor Weihnachten über den Wolken zusammen, und schon macht sich ein unhimmlischer Schwefelgeruch breit. Zip-Zap (Lara Mikitow), ein äußerst schmucker Teufel, schlagfertig und ganz schön kess, stürmt durch die Pforte. Was will ein Teufel im Himmel? Die Lichtgestalten zu einer Weihnachtsfete in die Hölle einladen! Na, es ist bald Weihnachten, und da nimmt man die Einladung an.
Einige Stockwerke tiefer sitzt völlig in dunkelrotes Licht getaucht Oberteufel Hörni (Stefan Reichert) und kämpft mit Hingabe nahezu konvulsisch gegen das Erbrechen an - sehr zum Amusement der Zuschauer. Ihm bereiten die saisonal üblichen Begriffe wie „Nächstenliebe", „Freude" heftigste Magenschmerzen. Da hilft nur eins: den Menschen so richtig schön das Fest verderben, Weihnachtsmänner kidnappen, Essen versalzen, Fernseher schrotten. Das gibt Zoff - und beruhigt die teuflischen Magennerven. Doch alle seine Schimpfwortkreationen nützen ihm gar nichts. Es kommt noch schlimmer. Spionage-Engel „0061/2" Raphaela (Frauke Wüstemann) entwickelt sich zu Zip-Zaps Herzensdame, wirbelt in der Hölle ziemlich viel Staub auf und durchkreuzt Hörnis unheilige Pläne. Der Himmel hat eben die Nase vorn, und der arme Teufel wird in Ketten in den Himmel abgeschleppt, wo ihm seine temperamentvolle Mutter Briketta (Sophie Büttgen) kräftig die Leviten liest.
Das Stück lebt von Wortwitz, spritzigen Verknüpfungen der verschiedenen „Welten" und der Spielfreude der jungen Mimen, für die „Lampenfieber" ein Fremdwort zu sein scheint. Lara verkörpert perfekt das fesche Teufelchen und beeindruckt mit ihrer festen, sehr gut verständlichen Sprache, und auch mit Emma Brkic ist die Rolle der resoluten Höllenköchin Rulle, die zur Himmelsköchin und Ruprechts „Gspusi" avanciert, bestens besetzt. Tatkräftig schwingt sie ihren überdimensionalen Kochlöffel und pariert damit die Angriffe des misslaunigen Teufels. Sophie/Briketta tritt, ganz „grande dame", in ihrer roten Robe selbstsicher auf, und ihr missratener, weil viel zu guter Sohn, ist natürlich großartig. Ob in Ketten oder mit einer Brezel „geknebelt" - Stefan lebt seine Rolle, Mimik, Gestik und Sprache sind eine Einheit, und er dürfte einer der beliebtesten Teufel sein.
Und was wird aus dem ungleichen Liebespaar? Es passt sich aneinander an: Dem Teufel wächst ein Flügel, dem Engel ein Hörnchen. So kann man natürlich weder im Himmel noch in der Hölle leben. Man entscheidet sich für die Menschenwelt, für ein warmes Land, Mexiko.
Und die Moral von der quicklebendigen Weihnachtskomödie? Es steckt eben in jedem von uns Menschen ein Quäntchen Teufel und ein Quäntchen Engel. Und wenn Knecht Ruprecht seine Rulle bekommt, treffen wir ihn sicher auch bald hier oder am Nordpol oder in Afrika...
Danke an alle Mitwirkenden sowie an Sybille Proksch und ihre AG für das wunderschöne Bühnenbild. (el)
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Die folgenden Bilder sind von Patrick Allinger:
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