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„Ich bin öffentlich ganz privat!“

So lautet der Titel einer Aufklärungsbroschüre von klicksafe über Datenschutz für junge Internetuser.
Heiko Wolf, Medienpädagoge, Sozialarbeiter und freier Referent beim Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (lmz), nimmt diesen Slogan als Aufhänger für seinen Vortrag letzte Woche am Zabergäu-Gymnasium für Eltern der Schüler in den Klassen 5 und 6 (für die zurzeit im Rahmen des Schulcurriculums Präventionskurse für den sicheren Umgang mit Medien stattfinden) – und sorgt damit sicher für reichlich Gesprächsstoff zu Hause.
In seinem zweistündigen Vortrag führt Heiko Wolf die Eltern ein in einen Lieblingszeitvertreib ihrer Kinder: das stundenlange Surfen auf den verschiedensten Seiten im Internet.
Dient das Web bei den Jüngsten noch zur Recherche z.B. bei Hausaufgaben und Hobbys, wird es mit zunehmendem Alter bevorzugt zum Treffpunkt in den verschiedensten Communities und Chats. Eine Entwicklung, die manchem Erwachsenen fremd oder unverständlich erscheinen mag, die aber zu unserer Zeit gehört und gegen die eigentlich auch nichts zu sagen wäre, gäbe es da nicht neben den vielen Sonnen- eben auch rabenschwarze Schattenseiten. Und um die Kinder davor zu schützen, müssen die Eltern informiert sein.
Das Web2.0 – das Web zum Mitmachen – lädt neben den oft unbedarften Jugendlichen, die sich täglich ihre Erlebnisse, Hausaufgaben, Bilder austauschen, jede Menge krimineller Verführer ein, die im Extremfall auf Pornoseiten oder zu Gewaltdarstellungen locken, unter Vorspiegelung harmloser „pazifistischer“ Wunschvorstellungen rechtsextremistisches Gedankengut verbreiten oder in Chatrooms Sexualdelikte „vorbereiten“. Laut einer Untersuchung haben bereits 50% aller Kinder zwischen 11 und 14 Jahren Hardcore-Pornos im Netz angesehen.
Aber auch die Jugendlichen können leicht „kriminell“ werden: Cybermobbing, oft in Verbindung mit unerlaubter Veröffentlichung von Fotos oder Videos, illegales Downloaden von Musik oder Filmen –  was mit dem Smartphone sogar in Klassenzimmern problemlos funktioniert. Von den Kostenfallen, in die die Surfer in Sekundenschnelle tappen können, und unzureichendem Datenschutz (z.B. bei Facebook) ganz zu schweigen.
Nur die Augen davor zu verschließen, hilft nicht. Aufklärungsarbeit ist unerlässlich, bei den Jugendlichen, aber auch bei den Eltern, die in erster Linie in der Verantwortung stehen. Gespräche mit den Kindern sind notwendig, und mittlerweile können viele Programme dabei helfen, den Umgang mit dem Internet sicherer zu machen.
Am Ende des Abends bekommen die Eltern außer einem sicher zum Teil schockierenden Einblick in einige Internetseiten auch eine umfangreiche Linkliste mit den entsprechenden Programmen und einen wichtigen Merksatz mit auf den Weg: „Das Internet vergisst nichts!“, auch wenn die Kinder vielleicht schon lange vergessen haben, was sie irgendwann einmal in ihrer Community veröffentlicht haben.
Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung dieser wichtigen Veranstaltung geht an dieser Stelle an Gabriela Globisch-Ullmann, Multimediaberaterin, und Martina Reese, Vorsitzende des Elternbeirats.
Alle nützlichen Links und Aufklärung erhalten Sie unter www.lmz-bw.de. (el)