Fragen an den Staatsanwalt

 
Anschaulicher Nachhilfeunterricht über Drogenmissbrauch und seine juristischen Folgen


Initiiert vom Präsidenten des Kiwanis-Clubs Zabergäu-Brackenheim, Gerd Weber, hat der Heilbronner Staatsanwalt Lustig einen nicht alltäglichen Auftritt: Statt eines jugendlichen Drogen-Junkies vor Gericht erwarten ihn rund 150 Siebtklässler im Mehrzweckraum des Zabergäu-Gymnasiums Brackenheim. Alle sind im Biologieunterricht bereits bestens aufgeklärt worden über die Gesundheitsrisiken bei Drogenmissbrauch, und nun sollen sie anhand einer Powerpoint-Präsentation und interessanter Fälle einiges über die Konsequenzen aus juristischer Sicht  erfahren.
Einigen Schülern gehen Begriffe wie Speed, Crack oder Flash locker über die Lippen. Und dass man in holländischen Coffeeshops keine Süßstückchen kauft, sondern weiche Drogen, deren Einfuhr nach Deutschland jedoch verboten ist, wissen einige Jungs auch ganz genau. Aber dass Drogenbesitz und –konsum, was der eine oder andere vielleicht als interessante Erfahrung oder harmlose Jugendsünde betrachten mag, weitreichende juristische Folgen haben kann, ist den Schülern neu. Vorausgesetzt, man wird von der Polizei erwischt, kann z.B. eine Meldung an die Führerscheinbehörde erfolgen und der ersehnte Mofa- oder Autoführerschein ist für die nächsten Jahre auf Eis gelegt. Auch über die Unterbringung in Therapieeinrichtungen, Geld- und Freiheitsstrafen erzählt der Staatsanwalt, immer gewürzt mit anschaulichen Beispielen in betont lockerer Sprache, die die Schüler verstehen.
Bleibt zu hoffen, dass allen klar geworden ist, dass ein vermeintlich harmloser Trip der Einstieg in die Kriminalität sein kann, dass er sich sehr schnell zu einer teuflischen Spirale entwickeln kann, aus der sich der Jugendliche nur schwer oder gar nicht mehr ohne Hilfe befreien kann. „Kiffen macht gleichgültig“ – und dafür ist das Leben doch zu schade! (el)