Erfolgreiche Übergabe des Staffelstabs

Das Zabergäu-Gymnasium verbschiedet Schulleiter Wolfgang Dietrich und begrüßt seinen Nachfolger Michael Kugel

„Es ist ein wunderbarer Schulstandort!“ Damit meint der am Mittwoch offiziell in den Ruhestand verabschiedete Schulleiter, Oberstudiendirektor Wolfgang Dietrich, ein passionierter Motorradfahrer, sicher nicht nur die kurvenreiche Hügellandschaft des Zabergäus.
Und vice versa: Für die Schule war Dietrich ein „Glücksfall“, wie sein Stellvertreter Bernhard Gärttner bekennt, der die vielen Gäste im Bürgerzentrum mit sehr persönlichen und auch humorvollen Worten durch diesen heißen Nachmittag führt.
Reden, Geschenke, private und offizielle Gäste, ein Scarlatti-Ständchen der Musikkollegen – und ein mitreißender, farbenfroher, musikalischer Auftakt: „Someone in the crowd“, ein paar Takte  Hollywood-„La La Land“ -Glamour. Begleitet von der Big Band und einer schwungvollen Tanzeinlage der Dance Company sucht der Oberstufenchor in dem fröhlichen Song nach dem „Mr Right.“ Zufall?
Genau vor fünf Jahren, am 18. Juli 2013, waren viele der Gäste auch im Bürgerzentrum, damals zur Einsetzung von Wolfgang Dietrich. Und der letzte Mittwoch ist noch aus einem anderen Grund denkwürdig: Es ist der 100. Geburtstag Nelson Mandelas, den Dr. Thomas Hölz vom Regierungspräsidium Stuttgart zitiert: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“ Und weiter: „Für dieses Recht auf Bildung einzustehen, hat sich Wolfgang Dietrich zur Lebensaufgabe gemacht.“ Eine Lebensaufgabe, die den Maschinenbauingenieur aus Mosbach zum Studium des Lehramts in den Fächern Mathematik und Physik bewogen hat. Grundstock für eine Schulleiterkarriere, die ihn in 16 Jahren in drei Länder auf zwei Kontinenten führt, vom Neckar mit Zwischenstopp Helsinki an den Hudson River nach New York. Nie aus den Augen verloren hat er dabei eine enge Verbindung zur Wirtschaft, aus der er kommt, stets zum Nutzen von Schüler und Schule. Er schaut über den Tellerrand, holt Politiker wie Norbert Lammert und Wissenschaftler ans Zabergäu-Gymnasium, die in der Reihe „Impulse“ mit Schülern ins Gespräch kommen. „Er hat stets die internationale Ausrichtung gefördert“,  lobt Bürgermeister Rolf Kieser den Kosmopoliten. Unaufgeregt, freundlich, zupackend, zielorientiert – so erleben ihn Schüler, Kollegen, Eltern, Förderverein, immer im Fokus ein Klima, das jeden Einzelnen gedeihen lässt. Und: „Sie waren ein sehr präsenter Schulleiter.“ Maike Schulz, die Vorsitzende des ÖPR, dankt ihm für die stete Bereitschaft für ein persönliches Wort oder ein offenes Ohr für Probleme, sein Interesse, für „wertvolle, segensreiche Jahre“, aber auch für seine Hartnäckigkeit, wenn es um die Behebung von Mängeln ging.  Besonders beeindruckend sind für sie die „drei Ws“, mit denen er seine Konferenzen eröffnete: Wahrnehmung, Wertschätzung, Würdigung.
Dankbar ist die Schulgemeinschaft auch dafür, dass der Staffelstab nahtlos übergeht an den bisherigen stellvertretenden Schulleiter des Alfred-Amann-Gymnasiums Bönnigheim, Studiendirektor Michael Kugel. Der Lehrer für evangelische Religion und Physik „kennt alles von AAGy bis Zagy“, wie ihn der Vorsitzende des Fördervereins Prof.Dr.Kay Weidenmann augenzwinkernd begrüßt. Voller Freude über den neuen Anfang, „der Schwung verleiht“, ist der begeisterte Radfahrer gespannt auf seine Touren im „Team Zagy.“  Auch für ihn sind die wichtigsten Aspekte einer fruchtbaren Zusammenarbeit Wertschätzung, Offenheit, Teamgeist.
Das Ende wird taschentuchverdächtig. Wolfgang Dietrich  zitiert in seinem abschließenden Dank an alle Begleiter in diesen Jahren Michel de Montaigne: „Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.“
Die Schulgemeinde erwidert den Dank mit stehenden Ovationen für fünf intensive Jahre mit vielen in Angriff genommenen Projekten, die Wolfgang Dietrich jetzt nur noch „interessiert von außen“ miterleben darf.  el

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