Schulpatenschaft mit Gedenkstätte nationalsozialistischen Unrechts

 

Das ZGB bekommt den ersten Preis des Wettbewerbs “Menschenrechte in Baden-Württemberg - Schulpatenschaften mit Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts“ verliehen!

 

Schule ist ein Ort, an dem nicht nur Wissen vermittelt wird, Schule ist ein Ort, an dem sich Menschen begegnen, an dem Erfahrungen gesammelt werden, ein Reifungsprozess geschieht und im besten Fall der Mensch zum Mensch wird.

Die neu verankerte Patenschaft mit der Gedenkstätte Neckarelz ist daher nicht zufällig, sondern nur konsequent in einem langen Prozess der Erziehung zu gegenseitigem Respekt, zu gegen-seitiger Achtung und Akzeptanz.

So gibt es ein paar wesentliche Punkte, die den Weg zu dieser  Patenschaft ebneten. Wir haben in Brackenheim die glückliche Voraussetzung einer Städtepartnerschaft mit Polen in Zbroslawice, die auch einen Schüleraustausch der Gymnasien  miteinschließt, ein Austausch, der nicht nur die Begegnungen mit den Familien beinhaltet, sondern auch immer von einem Besuch in Auschwitz begleitet ist. Dieser Austausch mit Polen hat zu einer gemeinsamen Geschichtswerkstatt polnischer und deutscher Jugendlicher in Kreisau, dem Ort des politischen Widerstandes des Kreisauer Kreises geführt, eine Werkstatt, die Erinnern von Geschichte, Versöhnen  und  Gestalten von Zukunft miteinander verbindet.

Aber auch im Schulalltag bei uns am Zabergäu Gymnasium engagieren sich Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler in vielfältigen Projekten und Arbeitsgruppen z. B. gegen Rassismus, gegen Rechtsextremismus oder für Frieden.  So reiht sich die Schulpatenschaft mit Neckarelz in eine bereits  bestehende Kultur der Toleranz ein. Sie ist dezidierter Ausdruck des Willens einen Weg weiterzugehen, der sich dem Geist der Freiheit  und einer demokratischen Zukunft verschreiben möchte. Daher haben wir die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte in unseren Lehrplänen verankert, in den Fächern Geschichte, Religion, Ethik und Gemeinschafts-kunde.

Die Patenschaft trägt dazu bei, die Erinnerungsarbeit weiterzuführen, in einem offenen Austausch zu stehen und junge Menschen in einem Bewußtseinsprozess zu begleiten. Das ehemalige Lager Neckarelz war ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof. Hier waren ca. 10.000 vorwiegend aus Frankreich und Polen kommende Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert, hier können heute Schülerinnen und Schüler die Schicksale dieser Menschen erinnern,  aus der Geschichte lernen und eine Vision für eine gerechte Zukunft entwickeln.

Die langjährige Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Theodor Heuss Museum in Brackenheim wird als Ort politischer Bildung als Vorbereitung für die Besuche in Neckarelz Synergien schaffen, die beide Gedenkstätten miteinander verbindet.

 

 (Nach: Ri, aus der Rede zur Preisverleihung am 13. Juli 2015)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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