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Mara Gerhäußer (5a)

Das böse Geheimnis der magischen Welt

 

Schon lange war die blutrote Sonne am Horizont verschwunden, als Laura noch immer nicht einschlafen konnte. Tief in ihrer Höhle war nichts zu hören, als das Schnarchen ihres Urgroßvaters, der über 85 Jahre alt war. Alle aus ihrer Familie waren schon längst in tiefe Nachtträume versunken. 

Doch Laura lag wach. Sie musste immer an den Jungen denken, den sie heute auf dem Hügel der Schafweide gesehen hatte. Wer war er? Und wieso kannte sie ihn nicht? Laura ging noch einmal jedes Detail durch. Der Tag begann ganz normal. Aber als sie am Mittag zu der Schafweide ging, entdeckte sie einen geheimnisvollen Jungen. Der Junge stand an der Schafweide und fing mit einem Glas frischen Frühlingswind auf. Er steckte das Glas mit dem Frühlingswind in eine Tasche. Auf einmal zog er ein Fläschchen aus seiner Tasche und trank daraus. Jetzt passierte es! Der Junge verschwand! Laura grübelte noch eine Weile, schließlich fielen ihr die Augen zu. 

Am nächsten Morgen wollte Laura unbedingt zur Schafweide, um zu schauen, ob dieser seltsame Junge wieder kommen würde. Nach zehn Minuten stand sie auf der Schafweide und hielt nach dem Jungen Ausschau. Laura wartete und wartete und wartete, bis die helle Sonne am blauen Himmel stand. 

Plötzlich erschien der Junge. Laura rannte sofort auf ihn zu und packte ihn am Ärmel. Der Junge fragte: „He, was soll das?“ „Ich heiße Laura. Gestern habe ich beobachtet, wie du einfach verschwunden bist!“, antwortete Laura. „OK, ich bin Tim. Dass ich verschwunden bin, stimmt nicht!“, log Tim. Doch Laura stellte ihm tausend Fragen, bis er endlich nachgab. Er gestand: „Du hast mich ertappt! Ich bin so etwas wie ein Zauberer und komme aus einer anderen Welt voller Feen, Elfen, Zwerge, Drachen, Magier und Hexen.“ „Was?!“, unterbrach ihn Laura. Der Junge sprach: „Es gibt aber auch eine böse Macht, einen Dämon, der Chaos in unsere Welt bringt. Nach einer Weissagung soll ein Mädchen aus einer anderen Welt sich mit ihm anlegen. Sonst werden alle anderen wie ein Magnet von ihm angezogen werden und für immer verschwinden.“ Laura schwieg. Dann fragte sie: „Was hast du auf dem Berg mit dem Glas gemacht?“ Tim antwortete: „Ich habe ein Mittel erstellt, mit diesem kann ich das Mädchen finden. Jetzt werde ich es suchen.“ Er öffnete das Glas und eine Art Schweif führte zu Laura. Die beiden starrten sich verdutzt an. Tim ergriff als erster das Wort: „Laura du, du...bist die Auserwählte!“, stotterte er. Laura sagte: „Aber ich kann so etwas doch gar nicht!“ Tim blickte noch immer etwas verdutzt. Er sagte: „Wir müssen zu den weißen Bäumen. Sie können dir jede Frage beantworten. Doch dafür müssen wir in die andere Welt!“ Gesagt, getan! Die beiden tranken einen Schluck aus dem Fläschchen, das in die andere Welt führt. Nach einer Minute tauchten sie in der anderen Welt auf. Laura blickte sich fasziniert um. Überall liefen Zwerge, Kobolde und andere Wesen herum. Tim flüsterte: „Laura, verhalte dich unauffällig! Wenn sie wüssten, dass du die Auserwählte bist, würden dir die Frageblumen tausend Fragen stellen. Das sind auch magische Wesen. Lass uns zu den weißen Bäumen gehen. Folge mir!“ Aufgeregt nickte Laura. 

Die weißen Bäume waren hinter einem Hügel. Sie bildeten einen Kreis. Tim ging ruhig in die Mitte der weißen Bäume. Laura folgte ihm. Tim sprach die Bäume an: „Liebe weiße Bäume, könntet ihr mir bitte diese Frage beantworten: Wie kann man den bösen Dämon zerstören?“ Eine tiefe, ruhige Stimme erklang: „Ihr benötigt einen Unsichtbartrank. Mit ihm könnt ihr euch an den Dämon heranschleichen. Hier ist der Trank.“ Ein blaues Fläschchen erschien vor ihnen. Laura blickte die Bäume erstaunt an. Tim bedankte sich und steckte das Fläschchen in seine Tasche. Die beiden wandten sich zum Gehen. Laura fragte: „Aber wie soll ich ihn töten?“ Tim zuckte mit den Achseln. Doch dann stolperte er über ein Buch. „Was ist denn das?“, wollte Laura wissen. Tim redete aufgeregt: „Es sieht aus wie ein magisches Kochbuch. Ich schaue mal rein.“ Er schlug das Buch auf und las vor: 

„Ein Trank gegen Dämonen und Bösewichte:

 

-       ein Glas frisches Quellwasser

-       ein Glas getrocknetes Gras

-       ein halbes Glas Nacktschneckenschleim

-       eine Prise Frühlingsluft

 

Schütte diesen Trank über den Dämon oder Bösewicht. Damit wird er zerstört!“

Laura rief: „Ja, das ist er! Mit diesem Trank können wir den Dämon besiegen. Wir müssen den Trank nur noch kochen!“ Tim lächelte und schrie: „Weißt du, was das Beste ist? Ich habe die Zutaten in meiner Vorratskammer! Lass uns dorthin gehen und den Trank kochen!“ Freudig klatschten die beiden sich ab und rannten zu Tims Vorratskammer. Dort angekommen hatten sie keine Zeit zum Reden. Sie mussten den Trank schnell kochen. Nach zehn Minuten war er fertig. Tim steckte den Dämon-Zerstörtrank zu dem Unsichtbartrank in die Tasche. Keine Sekunde zu früh, denn jetzt kam der Dämon aus seinem Versteck. Es war eine schwarze Gestalt mit feurigroten Augen, die durch die Landschaft flog und höhnisch lachte. Laura zögerte keine Sekunde und schnappte sich den Unsichtbartrank. In einem Zug trank sie ihn leer. Dann holte sie sich noch den Zerstörtrank und huschte als unsichtbare Gestalt davon. Tim konnte sie nun nicht mehr sehen. Dafür schaute er gespannt zum Dämon hoch und wartete, was passieren würde. In der Zwischenzeit war Laura schon fast beim Dämon angelangt. Nur noch zehn Meter! Endlich, sie hatte den Dämon erreicht! Der Dämon konnte sie nicht sehen und lachte. Alle anderen magischen Wesen rannte schnell davon. Laura natürlich nicht! Nun war der Augenblick gekommen. Laura öffnete das Fläschchen und schüttete den Inhalt über den Dämon. Doch es passierte nichts! Laura dachte: „Haben wir nicht richtig gekocht oder war das Rezept gefälscht?“ Plötzlich hörte der Dämon auf zu lachen. Er stieß einen schrillen Schrei aus. Alle Wesen zuckten zusammen. Seine feurigen Augen loderten wie Flammen und er schrie gequält: „Das wirst du büßen!“ Laura zuckte zusammen. Wirkte ihr Unsichtbartrank nicht mehr? Laura schaute schnell auf ihre Füße. Oh nein, sie waren wieder sichtbar! Laura rannte um ihr Leben. Doch in diesem Moment fiel der Dämon in sich zusammen. Eine schwarze, übelriechende Rauchwolke stieg zum Himmel. Tim, der in der Vorratskammer alles verfolgt hatte, raste zu Laura. Laura spürte, wie ihr jemand von hinten eine Hand auf die Schulter legte. Laura drehte sich um. Es war Tim. Erleichtert fielen sie sich in die Arme. 

Nun stürmten auch die anderen magischen Wesen zu Laura und Tim. Sie jubelten und klatschen. Eine Fee rief Laura zu: „Du bist die Auserwählte! Ich spreche dir im Namen aller magischen Wesen unseren Dank aus. Für deinen Mut wirst du belohnt. Wir schenken dir 50 Fläschchen, mit denen du von deiner Welt zu unserer Welt wechseln kannst.“ Laura rief: „Ich danke euch vielmals! Doch jetzt muss ich zu meiner Höhle zurück. In der Steinzeit ist viel zu tun!“ Daraufhin nahm Laura die 50 Fläschchen und verabschiedete sich von allen. Tim begleitete sie bis zur magischen Grenze: „Kommst du morgen wieder? Ich will dir noch so vieles hier zeigen!“ Lachend antwortete Laura: „Klar! Ich muss mir nur noch eine gute Ausrede für meine Eltern einfallen lassen.“ 

 

Von Mara Gerhäußer