American Experience

Ich steige aus dem Flugzeug. Eine gute Freundin, mit der ich hier nach Harrisburg geflogen bin, schaut angespannt in mein Gesicht. Ihr Körper pumpt genau so viel Adrenalin durch ihre Adern wie meiner. Ich höre mein Herz schlagen und ihren Atem stocken. Einige Monate haben wir auf diesen Moment gewartet. Wir werden mit den Familien, die wir in 5 Minuten sehen, für 10 Monate zusammenleben. Wir werden durch Tiefen und vor allem durch Höhen gehen. Ich versuche, sie mit einem Lächeln zu beruhigen. Unmöglich. Wir schauen zurück auf den Flieger und laufen dann los.

Aber wie umgehen mit der Situation? Wie soll ich „Hallo“ sagen? Wie begrüßt man eine Familie, die man noch nie zuvor gesehen hat?

Ich stehe vor ihnen und habe es immer noch nicht herausgefunden. Irgendwie klappt es dann doch. Der Grundstein ist gelegt. Auf

White House, Washington D.C.

geht’s in ein Jahr voller Erfahrungen!

Now I only have two months left before I come back to my old home. Overall, it has been a great year! I didn’t learn about a culture, I experienced it. It’s more than knowing, it’s understanding. When I arrived, I had three weeks of vacation before school started. My family and I did lots of things. We went to amusement parks and looked around in the area. These first weeks made me feel comfortable with the language in order to face the first school day. Here’s the account:

Es ist sechs Uhr morgens und mein Wecker klingelt. Nach meiner Morgentoilette laufe ich zum Bus. Bis jetzt ist alles entspannt. Ich war ja schon im Schulgebäude, um meine Fächer auszuwählen. Da kommt er angefahren, der gelbe Schulbus. Endlich darf ich auch dieses kleine Detail der amerikanischen High School erleben. Ich steige ein, begrüße die Busfahrerin, schaue in den schon vollen Bus und setze mich auf den nächstmöglichen Sitzplatz. Da höre ich die Busfahrerin sagen, „Hey young man, you gotta sit beside a boy. And remember then, this will be your seat for the whole year.” Na, dann eben wieder aufstehen und einen anderen Sitzplatz suchen. Ich setze mich erneut auf einen dieser braunen Sitze, die wie ein ‚L‘ geformt sind und angeblich auf Ergonomie null Wert legen. Genau genommen ist es 5B, also die fünfte Reihe, linke Seite (wenn man nach vorne schaut) am Gang. Ich sitze also auf dieser Zwei-Sitz-Bank und schon in der nächsten Links-Kurve muss ich mich festhalten, um nicht wegzurutschen. ‚Ziemlich schäbig..‘, sind meine ersten Gedanken über diesen bekannten „coolen“ gelben Schulbus. In der Schule angekommen werde ich angeschaut wie ein Kino. Ich bin eigentlich ziemlich locker drauf und habe dieses fette, stolze Grinsen auf meinem Gesicht, sage „Hallo“ und stürze mich in das High-School-Leben.

When I look back to the beginning of the school year, American football was one of the greatest things to experience. In general, sports are connected with the school and, unlike in Germany, you don’t have to become a member in a club. Thus every student decides every third of the year, which sports he wants to do, considering the schedule. There are fall, winter and spring sports. One of the fall

In the American football school team

sports was football, and I as a foreigner in the States, just had to join:

Jeder einzelne von uns sitzt auf einer Holzbank und starrt auf den gegenüberliegenden blauen Locker. Die Musik dröhnt und macht jegliche Ablenkung unmöglich. Das einzig Wichtige in unseren Köpfen ist das Spiel, das in 15 Minuten startet. Unser Trainer schaltet die Musik aus, um seine Ansprache zu halten vor diesen kommenden und wichtigen 48 Minuten. Wir haben zu viel Zeit geopfert, um jetzt aufzuhören. Wir haben das Training jeden Tag, jede Woche, jede Saison, Jahr für Jahr für dieses Spiel aufgeopfert. Das ist der Grund für jeden im Team, egal ob Stamm- oder Auswechselspieler, erste oder zweite Mannschaft, 100 Prozent in jedem Spielzug, in jedem Schritt auf dem Feld zu geben, um dieses Spiel zu gewinnen. Jeder ist voller Energie und Power. Wir setzen unsere Helme auf, jeder im selben Moment. Auf dem Weg nach draußen füllt unser Atem die Luft mit Aufregung. Die Stollen unserer Schuhe klicken auf dem Betonboden und hallen auf dem Gang wieder. Wir kommen in das Stadion und hören Jubelrufe aus allen Richtungen. Wir schreien unsere Begeisterung zurück und rennen auf das Feld.

This was the feeling before one of the most important games during the whole season. The best part is that all the students come together to celebrate the games together, which promises a lot of fun – every time.

With the time, the year gets less exciting. I started to adapt to the language, the people, the culture. As the year advanced to the end, Christmas came closer and I was curious if there were huge differences. But apart from a few exceptions, it’s celebrated pretty similarly to the traditions in Germany. We distributed the gifts on the 25th in the morning, instead of Christmas Eve. The craziness of some citizens is revealed, if you drive through a city and some houses are decorated with zillions of chains of lights, blinking in all kind of colors, illuminating the whole city and filling the whole country with this special Christmas flair.

My first and basically only little experience with homesickness appeared with New Year’s was coming up, which is celebrated not as big as in Germany. It’s more a family hangout, whereas I was used to get together with friends, launching rockets and celebrate the night. Here we just went out for a nice dinner, watched the ball drop in New York on television and played some cards and monopoly (I bitterly lost – what a great start). At two o’clock or little later we went to bed. I felt like I slept away the start in a new year. Retrospectively, I can say that it was worth the experience, but not mind-blowing.

Wir sind in Kleingruppen eingeteilt. In jeder Gruppe sind Leute aus mindestens 5 verschiedenen Ländern. Der Himmel ist blau, das cyanblaue Meer 20 Zentimeter unter dem weißen Netz, auf dem ich sitze. Lufttemperatur: 28 Grad Celsius. Der Wind weht in mein Gesicht, ich schließe die Augen – bis ich plötzlich von einer Welle weggerissen werde. Ich kann mich zum Glück noch an einer Stange festhalten. Das war bei weitem die stärkste Welle bisher! Wir fangen an zu lachen und ich reibe mir das Wasser aus meinem triefenden Gesicht. Wir sind hier auf einem Katamaran – auf Hawaii, einen halben Kilometer entfernt von Waikiki, einem der bekanntesten Strände auf Oahu. Nur ein paar Meter vom Strand entfernt erstrecken sich Wolkenkratzer in den Himmel, 70 Grad westlich eines inaktiven Vulkans, bedeckt mit grünen Pflanzen, den wir morgen besteigen werden. Jeden Tag haben wir ein volles Programm, darunter ein Besuch des Polynesian Cultural Centers, Surfing, North Shore, Pearl Harbor, schnorcheln und so weiter. 100 Austauschschüler aus 26 verschiedenen Ländern machen diesen Wochenurlaub unbeschreiblich perfekt.

This was probably one of my best weeks of my life. In this short amount of time I’ve built friendships with people from all over the world. The experience was incredibly diverse and just inconceivable.

After I came home, lacrosse season started. Another sport, which takes away most of the day but is so much fun at the same time. I come home at six or seven pm for the rest of the school year. This again means lots of devotion for the sport and the team.

I’m sitting at my desk, thinking how much I’ve learned already and how much I’m still able to experience – in only those two months which are left. I’m looking forward to our family cross country Road Trip down to Florida, to the Prom, the most formal and biggest dance in High School and to Gettysburg, one of the final battlefields of the Civil War. All this in only 8 weeks.

I think I’ve grown with every minute spent here in Pennsylvania. I advanced physically and mentally. I’ve learned and studied another culture and it has changed me. It made me realize my position within my family, my friends and the whole world, who I am and how I can affect others. This is a life experience, which will last forever. Thanks for all the support!

 

 

Lukas Schneider, 14.04.14