Spanienaustausch 2014 – eine unvergessliche Zeit!!!

Am 02.05.14 begann unsere unvergessliche Reise in unsere Partnerstadt Peñafiel. Wir trafen uns sehr früh, denn unser Flieger in Frankfurt am Main würde um die Mittagszeit abheben. Nachdem wir eingecheckt hatten, hatten wir noch ein wenig Zeit, uns auf dem Flughafen umzuschauen und bereits startende Flugzeuge auf der Bahn zu beobachten – für manche eine ganz neue Erfahrung. Doch sowohl das Boarding als auch der Flug verliefen sehr gut und als wir gegen halb zwei auf dem Flughafen Madrid Barajas standen, waren doch einige sehr erleichtert und manche um die Erfahrung des ersten Fluges reicher. Doch was wir alle waren – sehr gespannt auf Spanien und unsere Austauschschüler und ihre Familien. Dann folgte eine zweistündige Busfahrt, und die letzten zwanzig Minuten schauten  wir alle nur noch aus dem Fenster, um die Gegend zu bestaunen. Die Trockenheit in der Gegend von Madrid bis Peñafiel fiel uns allen auf. Es war alles sehr viel bräunlicher. Doch uns allen war auch gleich klar, wieso das so war. Spanien hatte uns mit strahlendem Sonnenschein empfangen und die Sonne sollte uns auch weiterhin begleiten. Am späten Nachmittag sagte uns Herr Schäfer dann, wir würden gleich ankommen und sofort wurden alle ganz aufgeregt und hielten Ausschau nach einer größeren Menschenansammlung. Vor der Schule wartete schon eine große Gruppe bestehend aus unseren Austauschschülern, ihren Eltern und Geschwistern. Sie empfingen uns sehr herzlich mit Küsschen auf die Wange und bestanden alle darauf, unsere Koffer zu tragen. Dann brachen alle zu ihren Gastfamilien auf und das Spanischabenteuer begann.

Wir stellten bald fest, dass die meisten Spanier sehr schnell sprechen, doch nach dem ersten Abend, den wir fast alle gemeinsam in der Innenstadt von Peñafiel verbrachten, konnten wir schon mehr von diesem superschnellen Spanisch verstehen. Wir lernten auch gleich am Freitag den wahren Sinn von „salir por la noche“ kennen, was übersetzt bedeutet, abends auszugehen. So wie die Spanier das machen, war das eine ganz neue Erfahrung für uns. Sie setzen sich vor eine Bar (wegen des supertollen Wetters, sonst auch in eine Bar) und holen sich ein Getränk, unterhalten sich und haben einfach nur viel Spaß. In Deutschland gibt es so etwas nicht, vor allem nicht mit so vielen. Wirklich fast alle 16 Austauschpärchen waren anwesend. Der Tag endete für viele von uns sehr spät, da man in Spanien  eigentlich nicht vor zehn isst. Danach trafen wir uns noch einmal mit einigen in Bars.

Der nächste Tag, Samstag, ging auch entsprechend spät los. Gegen zehn Uhr standen wir auf und trafen uns in Peñafiel, um gemeinsam mit dem Bus nach Valladolid zum Shoppen zu fahren. Dort waren wir im „Rio Shopping“, einem riesigen Einkaufszentrum mit vielen Läden, die es auch bei uns gibt, wie H&M oder Primark, aber auch Zara und Mango, die ja spanischen Ursprungs sind. Später, also nicht wie in Deutschland später um acht, sondern um elf Uhr, trafen wir uns wieder in der Bar „Black“. Dort erlebten wir, wie die spanischen Jugendlichen das Wochenende feierten. Das gefiel uns allen sehr gut.

Der Sonntag wurde teilweise in der Familie verbracht oder man traf sich in Peñafiel, um etwas gemeinsam zu unternehmen. Wir lernten in unseren Familien Spanien noch viel intensiver kennen, manche in großen Städten Spaniens, andere zu Hause beim Kochen oder einfach beim ganz normalen Familienalltag.

Am Montag, unserem ersten Schultag in Spanien, gingen wir nicht gleich mit in die Klasse, sondern trafen uns mit Herrn Schäfer in einem Klassenzimmer. Dort sprachen wir mit ihm über unsere und seine Erfahrungen vom Wochenende und er erklärte uns die Region Kastilien- León näher. Danach durften wir kurz in einer Klasse von Carmen sein, der Lehrerin, die den Austausch von spanischer Seite organisiert. Carmens Schüler bereiteten sich gerade auf ihre Abschlussprüfung in Erdkunde vor. Nach der großen Pause wurden wir von Gasteltern, Lehrern und Elternvertretern zum Weingut „Pago de Carraovejas“ gebracht. Dort erfuhren wir von einer netten Angestellten, wie der Wein qualitativ hochwertig produziert wird und welche Weinsorten sie dort anbauen. Wir bekamen eine Führung durch das ganze Weingut und auch durch das Labor. Später wurden wir wieder abgeholt und fuhren mit unseren Austauschschülern nach Hause.

Am Dienstag fuhren wir alle zusammen in die alte Unistadt Salamanca. Dort waren wir gerade aus dem Bus gestiegen, als auch schon die Frau, die uns durch die Stadt führen würde, auftauchte. Sie führte uns durch die Kirche in Salamanca, durch die alte Universität und zur Plaza Mayor. Sie konnte sehr viel über die Stadt erzählen. Danach hatten wir Zeit, in Gruppen die Stadt zu erkunden, also Zeit zum Essen und Shoppen. Die Zeit verging schnell und für die, die wollten, gab es noch eine Turmbesteigung, bevor es wieder zum Bus zurückging. Von den Kirchtürmen aus hatte man wirklich einen tollen Blick über die ganze Stadt. Den Abend verbrachten wir dann in den Familien und durften wieder leckere kulinarische Spezialitäten Spaniens kosten.

Der Mittwoch begann für uns heute einmal mit unseren Austauschschülern, doch der Religionslehrer entschied sich spontan, uns allen einen Film von der Region, vor allem von Peñafiel zu zeigen. Nach dem netten Filmchen mussten unsere Spanier zum Unterricht, und wir liefen in die Stadt hinein. Dort waren wir in der Kirche und stiegen zum „Castillo de Peñafiel hinauf. Es war ein toller, für manche aber durch die Hitze doch sehr anstrengender Weg in Serpentinen und immer steil bergauf, und oben wurden wir auch noch mit einem wunderbaren Blick über Peñafiel belohnt. Wir besichtigten das Museum und bekamen eine Führung. Danach folgte der Abstieg und wir liefen weiter ins Zentrum zur berühmten Plaza del Coso? Dort zeigte die Angestellte der Stadt Peñafiel uns einen Film über die zwei Feiern, die dort stattfinden. Einmal die sogenannte Stierhetze (Corro de los Toros) und der Abstieg des Engels auf die Erde (Bajada del angel) am Ostersonntag. Über die Stierhetze teilten sich die Meinungen sehr, doch in Spanien ist das nun mal eine langjährige Tradition. Darauf folgte die Begrüßung durch den Bürgermeister von Peñafiel.

Wir trafen uns danach mit unseren Austauschschülern, um zum Mittagessen nach Hause zu gehen. Den Nachmittag verbrachten wir in einer großen Gruppe in Peñafiel in einer Bar. Es ist echt beeindruckend für uns gewesen, dass sich wirklich fast alle nachmittags treffen.

Für den Donnerstag war die Stadtbesichtigung in Segovia geplant, doch diesmal leider ohne unsere Austauschschüler. Wir starteten diesmal mit einer Stadtrallye in kleinen Gruppen. Gegen halb drei trafen wir uns alle wieder, um den Alcázar zu besuchen. Im Mittelalter war das eine der bevorzugten Residenzen der Könige von Kastilien. Die Zimmer waren sehr schön und prunkvoll eingerichtet.

Danach war auch schon wieder die Heimfahrt angesagt. An diesem Tag war es sehr heiß und alle waren sichtlich froh, als wir wieder in den schattigen, belüfteten Bus durften. In Peñafiel angekommen durften wir noch ein bisschen den späten Nachmittag genießen, ganz im Gegensatz zu unseren Gasteltern, die schon kräftig dabei waren, den Abschlussabend für uns zu gestalten. Um 20 Uhr ging es dann auch endlich los und es folgten die Reden von Carmen, einer Gastmutter und die Dankesrede von Herrn Schäfer dafür, dass wir so lieb aufgenommen worden waren. Unsere lieben Gasteltern hatten ein riesiges kaltes Buffet mit vielen Tapas aufgebaut. Es gab tortillas, empanadas in allen Geschmacksrichtungen, Schinken, Salami, verschiedene Brotaufstriche und vieles mehr. Wir schlugen uns alle dermaßen den Bauch voll, aber es war eben auch wirklich lecker. Wir schossen viele Bilder von unserem letzten gemeinsamen Abend und waren doch schon alle ein bisschen traurig, dass das eben die Abschiedsparty war und wir am nächsten Tag alle wieder nach Hause fahren würden. Es wurde noch lange gefeiert und es war ein wirklich schöner Abend.

Den Freitagmorgen starteten wir alle mit gemischten Gefühlen. Einerseits freuten wir uns auf unser Zuhause, andererseits wollten wir noch lange nicht gehen. Wir hatten noch ein letztes gemeinsames Frühstück mit unseren Spaniern. Es gab churros con chocolate und auch das war wieder so lecker, dass wir alle sehr viel aßen. Danach folgte der Abschied und der war wirklich nicht schön anzusehen - schluchzende Deutsche und schluchzende Spanier. Unsere spanischen Austauschschüler versuchten immer nur, uns zu sagen, wir sollten aufhören zu weinen. Doch da sie selbst weiterweinten, konnten auch wir nicht aufhören zu weinen. Trotz all des Abschiedsschmerzes waren wir alle dankbar, viele Erfahrungen in Spanien mit unseren Austauschpartnern gemacht zu haben und erwarten schon sehnsüchtig den Rückbesuch der Spanier hier bei uns in Deutschland. Es war eine supertolle Zeit in Spanien, die wir alle nie vergessen werden.

Wir wollen uns noch einmal ganz herzlich bei Herrn Schäfer bedanken, der diese tolle Reise nach Spanien überhaupt möglich gemacht hat, bei unseren spanischen Austauschschülern, ihren Familien und ihrer Lehrerin Carmen. DANKE! Natürlich wollen wir auch noch unseren Eltern danken, die diesen Austausch finanziert und uns bei allem unterstützt haben! DANKE!

 

Julia Sander

Klasse 10d