Der verlaufene Osterhase

Es war einmal ein Hase, der wie viele andere Hasen war. Es war ein Hase, der Osterhase werden wollte. Dieser Hase hieß Nick. Leider standen seine Chancen nicht besonders gut, denn er war sehr tollpatschig. Wenn er Eier bemalen wollte, landeten 6 von 10 auf dem Boden. Wenn er die Eier unauffällig verstecken wollte, stolperte er über seine eigenen Füße und die bunt bemalten Eier

flogen aus seinem Korb. Trotz seiner Missgeschicke schaffte er es in der Abschlussprüfung  zum „vollständigen Osterhasen“. Darauf war er sehr stolz!
Er wollte für die Prüfung üben, denn er musste mit 25 Eiern im Slalom über einen Sportplatz hoppeln, über Baumstämme springen und 30 Eier in 30 Minuten bemalen. So machte sich Nick auf zum Sportplatz. Er sammelte Steine und legte sie in einer Reihe auf den Boden. Das war die Startlinie. Danach sammelte er alte Flaschen und platzierte sie ebenfalls auf den Boden. So würde er den Slalom üben! Er hoppelte noch schnell nach Hause, um einen Korb mit 25 Bällen zu holen. Eier hatte er nur 10, deshalb nahm er Bälle. Er setzte sich den Korb auf den Rücken. So hoppelte Nick zurück zum Sportplatz. Dort angekommen, sah er einen wunderschönen Schmetterling, den er sich unbedingt genauer anschauen wollte. Also hoppelte Nick hinter ihm her. Schmetterlinge waren seine Lieblingstiere, er musste ihn sich einfach anschauen.  Der Schmetterling merkte, dass er verfolgt wurde, und flog höher und immer höher, bis Nick ihn nicht mehr sah. So stand Nick plötzlich da und guckte sich um. Er fragte sich: „Wo bin  ich denn hier?“ Er hatte nur darauf geachtet, wo der Schmetterling hinflog. Nick schaute sich um, sah aber nur einen Bach und eine schönes Fachwerkhaus, dessen Garten ein paar Meter weiter direkt am anderen Ufer lag. Nick wollte wissen, ob dort eine Straße ist, denn wenn, würde er die Straße bestimmt kennen und zurückfinden. Er nahm viel Anlauf und - platsch! Nick war kurzerhand im eiskalten Wasser und wurde von der Strömung ein kurzes Stück mitgerissen. An einer kleinen Brücke konnte er sich an einem Ast festhalten. Er zog sich aus dem Wasser und schüttelte sich trocken. Er hoppelte umher. Wo war er nur? Er war in einem Garten, das stand fest! Aber wo? Auf einmal rief eine Stimme: „Komm, Dino, du darfst raus in den Garten!“ Und ein dicker, faltiger Hund

 schlurfte aus dem Haus. Die Haustür knallte zu und der Hund ging langsam auf Nick zu. „ Wirst du mich fressen?“, fragte Nick. „ Nein, um dich zu jagen, brauche ich zu viel Kraft“, sagte der Hund. Es entwickelte sich ein Gespräch und sie freundeten sich an. Nick fragte den Hund, ob er wisse, wo der Sportplatz sei, und der Hund antwortete: „Ich weiß es nicht, aber ich kenne einen Vogel, der dir weiter helfen kann.“ Sie verabschiedeten sich und Nick folgte der Wegbeschreibung, die der Hund ihm gegeben hatte, um den Vogel zu finden. Das war gar nicht so einfach, denn er musste über Baumstämme springen und im Slalom

vor einem anderen Hund wegrennen. Doch als Nick den Vogel endlich erreicht hatte, zeigte der ihm den Weg. Und tatsächlich war Nick schnell wieder auf dem Sportplatz. Da fiel ihm plötzlich auf, dass er immer noch den Korb mit den Bällen auf dem Rücken trug. Er nahm ihn ab und überrascht stellte er fest, dass er keinen einzigen Ball verloren hatte. Training für den Slalom brauchte er wohl jetzt nicht mehr, dachte er sich. Aber er musste noch üben, wie man Eier bemalt. Er lieh sich 20 Eier und er schaffte es. Er war bereit! Die Prüfung konnte kommen! Nach der Prüfung sprang Nick überglücklich auf dem Sportplatz umher. Er darf nächstes Ostern als richtiger Osterhase Eier bemalen und verstecken. „ Das ist ein Happyend!“, rief Nick so laut, dass es jeder hören konnte, sogar der Hund und der Vogel.

 

Angelina Richter, 9.März 2012