Zwölftklässler des ZGB im Weinkonvent Dürrenzimmern

Auf den ersten Blick erstrahlt der Wein in einem hellen Zitronengelb mit hellgrünen Reflexen. Nach dem Schwenken lässt sich tatsächlich Zitrone erschmecken. was  bedeutet, dass der Wein retronasal ist. Außerdem bildet sich eine leichte Note von Limette, Sternfrucht und Physalis, dazu lässt sich eine leichte Restsüße erkennen. Im Kontrast dazu findet sich ein Hauch von grüner Paprika. Nun bleibt nur eine Frage. Welcher Wein ist das?

Die Antwort lautet Cuvée Riesling Sauvignon Blanc.

Wie man das herausfindet, wurde uns, dem Geographie-Kurs von Frau Globisch-Ullmann, von Max Schmalzried am 27. November 2019 im Weinkonvent in Dürrenzimmern erklärt. Der Handels-sommelier gab uns eine beeindruckende Führung durch die Räumlichkeiten des Konvents und brachte uns alles Wichtige rund um das Thema Wein nahe. Auf diese Weise hatten wir die Gelegenheit, die Schatzkammer, die Abfüllanlage, den Keller, die Warenannahme und die Lagerung des Weins zu betrachten.

Bei der Anlieferung werden die Trauben von den rund 200 Genossen angenommen und anschließend gepresst. Nach dem Gärungsprozess ist es wichtig, dass der Saft sedimentiert, das bedeutet, dass die einzelnen festen Bodenablagerungen auf den Grund sinken. Bevor man den Wein nun lagert, muss man ihn abstechen, das heißt, dass der Wein vom Bodensatz getrennt wird. Bei der folgenden Lagerung wird zwischen Holzfässern und Barriquefässern unterschieden.

Weine aus Barriquefässern sind in der Regel teurer als Weine aus gewöhnlichen Holzfässern. Nach drei Jahren Verwendung spricht man nicht mehr von einem Barriquefass, sondern von einem Holzfass. 

In der Schatzkammer werden einige Weinflaschen verschiedener Größen bei einer bestimmten Temperatur gelagert. Durch das Liegenlassen des Weins reift der Wein an Geschmack und der Preis steigt. Im Keller hat es Platz für 2,4 Millionen Liter Wein, dieser Platz wurde diesen Sommer aufgrund der Folgen des Klimawandels nicht komplett ausgenutzt. Durch die extremen Sommer und die frühen Herbste kommt es oft zu Sonnenbrand der Trauben und dadurch zu Ausfällen in der Ernte. 

Die Abfüllanlage ist in der Lage, 4000 Flaschen pro Stunde abzufüllen und verkaufsfertig zu machen.

Im Anschluss an den Rundgang hatten wir eine kleine Weinprobe, bei der wir lernten, wie man Wein richtig testet und einordnet. Die komplette Zeit über hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und so ergab sich unter anderen die Frage, welche Weinsorte in der Region am meisten angebaut und welche im Konvent am häufigsten verlangt wird. So lernten wir, dass es verschiedene Qualitätsstufen gibt. Auf der ersten Stufe steht der Divinus. In dieser Kategorie wird am meisten nach dem Spätburgunder gefragt.

Danach kommt der Cellarius, dort ist der Grauburgunder der begehrteste Wein. In der Stufe Klosterhof ist der Riesling der beliebteste und wird besonders gern von jungen Leuten getrunken. Generell kann man sagen, dass mehr Rot- als Weißwein gekauft wird. Ein Grund dafür ist, dass unser Boden, der Keuperboden, besonders für Lemberger geeignet ist, welcher daher in unserer Region am meisten angebaut und auch international verkauft wird.  

Da Brackenheim auch als größte Weinbaugemeinde Württembergs bekannt ist und das Weinkonvent Dürrenzimmern bereits mehrere Preise, unter anderen den Preis des Weinerzeugers des Jahres erworben hat, genossen wir alle sehr die Weinprobe und lernten außerdem praxisnah, dass sich Rotweinflecken gut mit Weißwein behandeln lassen.

 

Julia Bammert