Das gesamte Zabergäu auf der Hand

 Heilbronner Stimme vom 30.1.2013
 
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Die Jahrgangsstufe 11 des Zabergäu-Gymnasiums Brackenheim präsentiert ihr Quintett, das jetzt in den Verkauf gekommen ist. Viele Stunden haben die Schülerinnen und Schüler für das Projekt investiert. Foto: Birgit Riecker
 
Brackenheim Schülerfirma des Gymnasiums bringt Kartenspiel auf den Markt

Von Birgit Riecker

Ungeahnte Talente entwickeln derzeit die zwölf Schülerinnen und Schüler des Zaber-gäu-Gymnasiums im Fach Wirtschaft der Jahrgangsstufe elf. Mit der Gründung einer Schülerfirma schnuppern sie im richtigen Wirtschaftsleben. „Das Interessante daran ist, dass es kein Planspiel ist, sondern ein reales Produkt“, erklärte Kurslehrerin Anke Hertner bei der Hauptversammlung der Schülerfirma „Gäu Games“.

Die Firma müsse Umsatz- und Körperschaftssteuer an das Junior- Projekt des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln abführen, Protokolle einreichen und eine ordentliche Buchführung vorweisen. „Es geht um reales Geld, das in Anteilsscheinen zu zehn Euro ausgegeben wurde. Wenn die Firma Konkurs macht, müssen die Verantwortlichen vor die Anteilseigner treten und das dann auch vertreten.“

Reizvoll Das haben die „Gäu Games“-Verantwortlichen aber nicht vor. Denn ihre Geschäftsidee kommt gut daher: Es sind Spielkarten mit Bildern aus den Orten des Zabergäus. Damit kann man fünf Spiele spielen: Maumau, Skat, Poker, Schwarzer Peter und Quartett. „Ein Angebot für Jung und Alt“, erklärte Vorstandsvorsitzende Hanna Gebert. Sie hat die Firma gut organisiert. Es gibt eine Marketing-Abteilung mit Kaan Inal, Tim Klier und Kathrin Sereda. Sie wird das „Quintett“ bewerben und in die Läden bringen und hat Sponsoren besorgt.

In der Verwaltungsabteilung kümmern sich Michael Toth und Nadine Frank um Personal, Buchhaltung und Löhne. Denn jeder Mitarbeiter bekommt 50 Cent pro Stunde. Janina Scholz, Lokman Mersin und Lasse-Nicola Hack sorgen für die finanzielle Abwicklung: Was darf das Produkt kosten? Wie viele Kartenspiele müssen verkauft werden? Wie viel darf Werbung kosten?

Bislang die wichtigste Abteilung bilden Annika Schiller, Adrian Mayer und Jerg Pfeil. Sie sind für die Technik zuständig. „Seit Beginn des Schuljahrs habe ich bestimmt schon 80 Stunden in das Projekt gesteckt“, erzählt Jerg Pfeil. Denn nachdem die Idee für das Quintett im großen Kreis geboren worden war, mussten sich die Drei um die technische Umsetzung kümmern. Es galt einen Hersteller zu finden, dessen Vorgaben zu erfahren und dann auch noch einzuhalten.

„Das war ganz schön schwierig, denn wir konnten nur ganz bestimmte Rot-Töne verwenden und mussten die Fotos mit den Gemeinden abstimmen“, erzählt Jerg Pfeil.

Wichtig Eine wichtige Entscheidung hat die Schülerfirma bereits getroffen: Viel am Quintett verdienen will sie nicht. Vielmehr werden 50 Cent pro Spiel an die Kinderkrebshilfe-Aktion „Große Hilfe für kleine Helden“ gespendet.