Exponate zeugen von Spontaneität

Volksbank Brackenheim-Güglingen stellt Werke von Gymnasiasten aus

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Neckar-Zaber-Rundschau | Lokales | 16.05.2014


Zahlreiche Besucher interessierten sich bei der Eröffnung der Ausstellung für die Exponate, zu denen auch Selbstporträts und Gipsfiguren gehören.
Foto: Elke Khattab

 

 

Von Elke Khattab

Die Gipsfiguren drücken große Gefühle wie Angst oder Freude aus. In der Bleistiftzeichnung verwandeln sich die Beine einer Giraffe in eine menschliche Hand. Durch Kollagen, Malerei und Zeichnungen werden kulturelle Unterschiede zwischen Japan und der westlichen Welt aufgezeigt. An die Renaissance angelehnt, zeigen die architektonischen Villen-Modelle klare, klassische Linien. Überaus vielfältig sind die 200 Exponate, die von Oberstufenschülern des Brackenheimer Zabergäu-Gymnasiums angefertigt wurden und bis Ende Juni in der Volksbank Brackenheim-Güglingen zu sehen sind.

Vorbilder Die Arbeitsweisen von Künstlern aus der Vergangenheit und der Gegenwart dienten als Vorbilder für die Werke der jungen Schaffenden: Ebenso wie die Fotografin Cindy Sherman schlüpften sie bei ihren Selbstporträts in verschiedene Rollen, fertigten ebensolche im Hell-Dunkel-Kontrast nach Rembrandt an. Dazu entstanden Torsi und Figuren, die an Michelangelo und Giacometti erinnern oder Kykladen-Idole der frühgriechischen Kultur zeigen.

Auch die Materialien variieren: Speckstein, Ton, Draht und Seidenpapier wurden ebenso eingesetzt wie Bleistift, Acryl oder Kohle. „Die Schwerpunkte der Neigungs- und Pflichtkurse basieren auf Vorbildern, die Grenzen gedehnt und überschritten haben“, erklärt Kunsterzieherin Annette Schuh, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sybille Proksch und Martina Wrieden-Rupprecht die Schüler im Unterricht anleitete.

Neuland Die Grenzüberschreitung gelte auch für das Thema „Performance“, mit dem die Ausstellung unter dem Titel „Jahreszeitenuhr“ eröffnet wurde und das in Videos gezeigt wird: „Dieses Thema war für unsere Schüler zunächst Neuland. Es handelt sich um eine Kunstform, die viel Offenheit, Toleranz und vor allem Mut erfordert“, so Annette Schuh. Insgesamt seien Mut, aber auch Spontaneität notwendig gewesen: „Die Sache ernst zu nehmen, aber sich gleichzeitig selbst locker zu machen – das ist eine große Herausforderung und gleichzeitig die Bedingung, um Kunst in vollen Zügen genießen und begreifen zu können.“ Schon beim Aufbau der Ausstellung habe man das Engagement und die Identifikation mit den Exponaten spüren können, erklärt Volksbank-Vorstandsmitglied Jochen Hermann in seiner Begrüßung. Nachdem bereits die erste Ausstellung vor zwei Jahren ein „voller Erfolg“ gewesen sei, freut man sich, jungen Künstlern wiederholt eine Plattform bieten zu können. „In den Werken steckt viel Liebe, Hingabe und Kreativität. Die künstlerischen Fähigkeiten, ob detailgetreu oder skizziert, sind beeindruckend.“