Rechenwettbewerb in der Experimenta

Heilbronner Stimme, 24.3.2014


92 Oberstufenschüler ringen um die besten Ergebnisse am Tag der Mathematik

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Die RMG-Schüler zeigen Teamgeist und Nerven aus Stahl. Foto: Kirsten Weimar

 

Von Kirsten Weimar

HEILBRONN „Peter kauft mehrere Kilo Aprikosen, um daraus Dörrobst zu machen. Eine Aprikose besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Die Aprikosen werden so lange getrocknet bis sie nur noch 50 Prozent Wasser enthalten. Bei diesem Dörrprozess verdunsten 12 Liter (das entspricht 12 Kilogramm). Wie viel wogen die Aprikosen vor dem Trocknen?“

Reizvoll Das ist eine von vier Aufgaben, die 92 Oberstufenschülern beim Einzelwettbewerb am Tag der Mathematik am Samstag in der Heilbronner Experimenta Kopfzerbrechen bereitet. 45 Minuten Zeit haben die 15- bis 17-jährigen Matheasse dafür. „Das sind tolle Aufgaben, bei denen man richtig kreativ und abstrakt denken darf“, freut sich Christoph Ulshöfer vom Remsecker Lise-Meitner-Gymnasium. Der 17-jährige Simon Keller vom Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn ergänzt: „Es ist sehr spaßig und reizvoll, dass hier die Aufgaben anstrengender als im normalen Matheunterricht sind.“

Funktionen Dreimal treten die Schüler in der Experimenta gegeneinander an. In der Gruppe und alleine. Seit 1992 organisiert das Bensheimer Zentrum für Mathematik den Wettbewerb. Mit steigenden Teilnehmerzahlen. Dieses Jahr sind an zehn Orten in Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen 1500 Jugendliche dabei. Eines verbindet sie alle: Sie lieben den Umgang mit Zahlen, Parabeln oder Funktionen. Sie denken gerne nach, knobeln, gehen Umwege im Gehirn und hoffen, dann vielleicht einen Geistesblitz zu bekommen.

Maria Schirmeister, Lehrerin am Brackenheimer Zabergäu-Gymnasium und im Aufsichtsrat des Zentrums für Mathematik, hat den Mathetag organisiert. Sie stellt nach dem Einzelwettbewerb augenzwinkernd fest: „Die Stimmung ist gemischt. Die einen strahlen, die anderen schauen eher kritisch.“ Neben Spaß an Mathe kommt bei den Schülern auch ein bisschen Ehrgeiz mit ins Rechenspiel.

Lehrerin Johanna Brandt ist mit vier Jugendlichen vom Heidelberger St.Raphael-Gymnasium angereist. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung, dass im Zuge von G8 manches aus dem Mathelehrplan wegfallen musste. „Wir können richtig guten Schülern im Matheunterricht nicht mehr so viel bieten. Hier dürfen sie sich austoben.“

Von Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium sind gleich mehrere Mannschaften am Start. Die Schüler schätzen das Rechnen im Team: „In der Schule ist man ja sonst immer Einzelkämpfer. Die Teamarbeit spornt an.“ Annika Lauk hat am Vormittag schon gelernt, dass auch die richtige Organisation in der Gruppe entscheidend sein kann. „Die anderen haben sich gemeinsam auf jede Aufgabe gestürzt. Wir haben uns vorher abgesprochen und erst mal zu zweit gerechnet. Das ging viel schneller“, erzählt die 16-Jährige.

Lösung Übrigens: Die Lösung der Knobelaufgabe vom Artikelanfang lautet 20 Kilogramm Aprikosen.