Bericht zur Kulturakademie

03. bis 07. Sept. 2018 und 04. bis 09. März 2019

 

Am 3. September 2018 war es endlich soweit: Gemeinsam mit anderen musikbegeisterten Jugendlichen fand ich mich im großen Saal der Hochschule für Musik in Karlsruhe ein, um zur ersten Kreativwoche des vom Kinderland Baden-Württemberg organisierten zweiwöchigen Förderprogramms „Faszination Musik!“ anzutreten. Schon Monate vorher hatte ich mich einem Auswahlverfahren zu stellen, bei dem es unter anderem darum ging, neben einer Bewerbung auch eine Arbeitsprobe des eigenen musikalischen Könnens auf CD einzusenden. Letztendlich hat sich die dafür zuständige Jury für 20 Schüler von insgesamt 800 Bewerbern entschieden. An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Herzog bedanken, die mich für meine Aufnahme am Cembalo und am Klavier begleitet hat. Zunächst einmal sollten alle Teilnehmer einen Einblick in die vielfältigen Fakultäten, die die Hochschule zu bieten hat, bekommen: Es gibt zum Beispiel neben dem Studium für Schulmusik mit künstlerischen Schwerpunkten auch die Institute für Musiktheater, Musikjournalismus und Musikinformatik: So hatten wir gleich am ersten Tag Instrumentalunterricht, bei dem ich zusammen mit einer Saxophonistin die Gelegenheit hatte, von dem bekannten Jazz-Saxophonisten und –Klarinettisten Peter Lehel zu lernen. Hierbei lag unser Schwerpunkt insbesondere auf dem Improvisieren, welches ich noch nie zuvor ausprobiert hatte, aber mir seit diesem Zeitpunkt riesige Freude bereitet. In der Jazz-Combo, bestehend aus Schlagzeug, E-Gitarre, Kontrabass, Klarinette, Saxophon und Klavier, konnten wir unsere Fähigkeiten im Gebiet des Jazz noch mehr erweitern und lernten, über mehrere Chorusse zu improvisieren. Natürlich wurden wir nicht nur im praktischen Bereich gefördert, auch was das Theoretische anbelangt, erhielten wir in Theorievorlesungen mit Prof. Dr. Johannes M. Walter Input und erfuhren sehr viel über Musikvermittlung, über die Vertonung einzelner Worte, Akkordfolgen und natürlich über die Analyse von Musikstücken. Außerdem erhielten wir einen Einblick in das Komponieren, was mir großen Spaß machte, da wir hier mit Prof. Wolfgang Rihm, einer Koryphäe auf dem Gebiet der Komposition, zusammenarbeiten durften und auch hier viel Neues über Instrumentierung und den Prozess des Komponierens lernten. Während meiner Zeit in Karlsruhe durfte ich Bekanntschaften mit großen Persönlichkeiten machen und sah mich in meinem Wunsch, Musik zu studieren, noch mehr bestärkt, aber auch meine Kenntnisse über die vielfältigen Möglichkeiten, die diese Hochschule zu bieten hat, wurden erweitert: So bekamen wir im Bereich des Musikjournalismus ein Interview-Training, bei dem wir auch gleich praktisch tätig sein durften und wurden auch bezüglich der Bühnenpräsenz geschult, was bei allen erst einmal Überwindung kostete, da jeder auf die Bühne musste und dort spontan darstellerisch tätig sein musste. Letztendlich hat es uns doch allen Spaß gemacht, genauso wie das Tanztraining, das wir erhielten. Diese Erfahrung hat mich persönlich aber weiterentwickelt, da ich jetzt viel lockerer bin und mir nicht mehr alles gleich peinlich ist. Lediglich mit der Musikinformatik hatte ich ein paar persönliche Differenzen, da es hierbei um das Anwenden komplizierter Computerprogramme und das Kreieren von Musik und Partituren in Form von Geräuschen kombiniert mit Mathe und Physik geht… Aber auch abseits des Musikalischen erlebte ich zwei großartige Wochen mit neunzehn Jugendlichen, die mit mir meine Leidenschaft teilen und in denen ich neue Freunde, auf die ich nicht mehr so schnell verzichten möchte, gefunden habe. Vor allem auch durch das gemeinsame Abendprogramm, wie zum Beispiel Besuche bei den Schlosslichtspielen, Filme-Abende mit anschließendem Privatkonzert von Violinist Elin Kolev, Theaterbesuche, Übernachtungen im Hotel etc. wurden wir schnell unzertrennlich. Was aber hauptsächlich zu unserer Gemeinschaft beigetragen hat, waren die Momente, in denen wir gemeinsam musiziert oder gesungen (und das auch in der S-Bahn und im Theater) haben. So sind innerhalb von zwei Wochen tausende von wunderbaren Erinnerungen entstanden, die für immer bleiben. Bei der Abschlussveranstaltung in der Liederhalle in Stuttgart am 9. März, bei der wir zunächst einmal eine siebenminütige Show bestehend aus Musik, Gesang und Tanz ablieferten und nachher noch die Gelegenheit hatten, in eigener Sache oder in Gruppierungen zu musizieren, legten wir uns alle noch einmal richtig ins Zeug und vor allem wir in unserer Jazz-Combo genossen den vorerst letzten Auftritt miteinander in vollen Zügen. Letztendlich möchte ich mich für zwei wundervolle Wochen bedanken, in erster Linie bei der Fachschaft Musik des ZaGy`s die mich für die Kulturakademie vorgeschlagen hatte, bei Frau Prof. Dr. Boggasch, Frau Prof. Raabe und Herrn Prof. Dr. Walter für die tolle Betreuung an der HfM Karlsruhe und last but not least bei meinen neunzehn neuen Freunden.

 

(Jule Hamp, Klassenstufe 10)