Bücherlesung am 09.05.2018

Im Gedenken an die Bücherverbrennung des 10.05.1933 hielten die Religionsklassen der zehnten Klasse eine Büchervorlesung. Wir gingen gemeinsam zu Theodor-Heuss-Museum, um uns Texte vorzulesen, die vorher von unseren Lehrerinnen herausgesucht wurden. Unter dem Motto: „Wer Bücher verbrennt, der verbrennt auch Menschen“ (Heinrich Heine), wollte wir uns an die Leiden der Zeit erinnern. Die Werke der Autoren, wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Erich Mühsam oder Berthold Brecht, wurden verbrannt, weil diese Inhalte verbreiteten, die gegen das Naziregime gerichtet waren, wie das „Kriegslied“ von Erich Mühsam, in dem er den „edle[n] Kriegsstand“ ironisierte. Aber auch Gedichte, die nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten, beispielsweise ein Gedicht von Joachim Ringelnatz, das die Beziehung einer Messingschraube behandelte, wurde verboten. Die Schriftsteller versteckten sich oder wanderten aus, weil sie verfolgt wurden. So schrieb Mascha Kaleko aus dem Exil „Weil du nicht da bist“, um die Sehnsucht an das Verlassene auszudrücken. Auch das Leid und die Grausamkeit des Krieges wurde vertextet. So hinterließen Gedichte, wie „Der Graben“ von Kurt Tucholsky, in dem alle Liebe, die ein Mensch erfuhr „Für den Graben [war], für den Graben“, eine düstere Stimmung. In Anbetracht an den Tod und das Elend stellt sich die Frage: Warum? Auch das fragten sich die Autoren. Berthold Brecht versuchte sich mit „An die Nachgeborenen“ eine Beschreibung seiner Zeit, um diese zumindest nachvollziehen zu können. Die Ausweglosigkeit der Situation später dann auch im Krieg stellt Kurt Tucholsky mit den Worten „Na, un denn-?“ ziemlich klar dar. Er wollte damit wissen, was es für einen Ausweg aus dieser perspektivlosen Zeit gäbe. Die meisten Gedichte versuchten ihre zeit mit Humor darzustellen, es gab aber auch andere, die sehr nüchtern waren. Ich glaube, dass Humor dabei hilft alles darzustellen, was mit anderen Worten nicht auszudrücken ist. Nachdem wir auch viele Hintergrundinformationen zu den Autoren erfuhren, wussten wir was es heißt „verbrannt zu werden“. Mit dieser Erfahrung gingen wir dann nach Hause.

Philine Armbruster mit Unterstützung von Linda Döbler (beide 10c)