Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Info-Vormittag am Zabergäu-Gymnasium stellt Berufe und Studiengänge vor

„Schule aus – und dann?“ Auf diese Frage, die sich viele Gymnasiasten spätestens kurz vor dem Abitur stellen, kann die vor fünf Jahren vom Elternbeirat initiierte Veranstaltung zwar keine endgültige Antwort geben, aber zumindest mögliche Berufe oder Wege dahin näherbringen. Die Referenten sind meist Eltern oder ehemalige Schüler.
In einem so humorvollen wie anfeuernden Impulsreferat zu Beginn erzählt Marcel Heinz, auch er ehemaliger Schüler und neben seinem Beruf in vielen Gremien am Ort engagiert, vom lebenslangen Lernen aus eigener Erfahrung. Und er hat eine tröstliche Nachricht für sein amüsiert aufmerksames Publikum: „Ihr müsst nicht das ganze Leben dasselbe machen.“ Schulleiter Wolfgang Dietrich hat es in seiner Begrüßung so formuliert: „Es gibt keine verlorene Zeit. Umwege erhöhen die Ortskenntnis.“ Aber, so Marcel Heinz: „ Es ist nicht alles chillig“, und er empfiehlt einen kräftigen Schulendspurt und Leidenschaft im Tun, „ ein paar Zettel braucht man im Leben.“
Im 30-Minuten-Rhythmus erfahren die Schüler der Klassen 10 und 11 danach in Kleingruppen eine Menge über Ausbildung, Studium, Beruf.
Die meisten Interessenten lockt das Thema „duales Studium.“ Referent David Scheid studiert Wirtschaftsinformatik bei SAP und erzählt begeistert von den luxuriösen Verhältnissen bei der Weltfirma. Zur Begrüßung gibt es einen Laptop – geschenkt. Aber dafür sollte man „Mathematik cool finden“, in Englisch gut sein – und viel Begeisterung mitbringen. Leidenschaft eben. Valentina fühlt sich davon angesprochen, ebenso Latife. Valentina hat bei ihrem Berufspraktikum in einer Firma bereits Bekanntschaft mit SAP geschlossen, da man dort mit einem von den Walldörfern entwickelten Programm arbeitet.  Aber auch der Vortrag von Silvio Romano über seine außergewöhnliche Ausbildung zum Fluglotsen hat die Schülerinnen fasziniert. Anna-Lena hört aufmerksam zu. Sie möchte einem Freund davon berichten, der mit dem Gedanken spielt, die Ausbildung in der Nähe von Frankfurt zu beginnen. Die Einstellungschancen sind gut, aber es mangelt an Bewerbern für den in hohem Maße verantwortungsvollen Beruf.
Für Jasmin ist nach dem Vortrag von Rechtsanwalt Heiko Liebing das Jurastudium eine Option. Die Arbeit ist abwechslungsreich, man hat mit Menschen zu tun. Manuel, Alina und Cennet schrecken Studium und Numerus Clausus dagegen eher ab: „Zu schwierig.“
Hotelfachmann, Medizin, Pharmazie, die Arbeit der NGO „Christian Vision“, Architektur – über 26 verschiedene Berufe können sich die Schüler am Freitagvormittag informieren.
Bei Polizeihauptmeisterin Sandra Pawliczek und Polizeihauptkommissar Klaus Schweitzer gibt es neben Informationen viel zu lachen. Das sympathische „Dream Team“ zur Nachwuchsrekrutierung klärt über Einstellungsvoraussetzungen auf und zeigt Bilder von Tatorten, alles kommentiert mit lockeren Sprüchen und Frotzeleien. So entspannt, so unterhaltsam geht es in den anderen Räumen wohl kaum zu. Klaus Schweitzer weiß, wie er seinen durchaus gefährlichen Beruf humorvoll präsentiert. Nachwuchs wird händeringend gesucht. Aber: „Beim Deutschtest fallen selbst Abiturienten durch.“
Henry hat am Ende des Vormittags ein mögliches neues Berufsziel: Musiklehrer. Lisa und Mara kennen nun Agenturen für ihr Vorhaben: als Au pair ins Ausland. Und Noemi strahlt: Der Vortrag über ihr Studium „Food Management“, von dem sie total begeistert ist, war ein Erfolg.  el

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