Frühzeitig die richtigen Weichen stellen

Großes Interesse an Informationsveranstaltung zur Berufsorientierung - Kerstin Besemer, Heilbronner Stimme 20.7.2013

Nach der zwölften Klasse fängt ein neuer Lebensabschnitt für die Gymnasiasten im Land an. Dann trennt sich die Gruppe der gut informierten Jugendlichen, die schon länger ein ehrgeiziges Ziel vor Augen haben, von der, die eine vage Idee haben und eben auch von denjenigen, die in das berühmte tiefe Loch fallen. „Es herrscht Verunsicherung und viel Unwissenheit gerade in Zeiten von Internet und Informationsflut, was nach der Schule kommt“, brachte Elternbeiratsvorsitzende Martina Reese den Bedarf in der Schülerschaft auf den Punkt. Elternbeirat, Lehrer und Eltern des Zabergäu-Gymnasiums zogen an einem Strang und stellten eine Infoveranstaltung für die 14- bis 16jährigen Schülerinnen und Schüler auf die Beine, in der das persönliche Gespräch mit Perspektiven zu weiterer Ausbildung und Beruf im Vordergrund stand.

Geboten wurden Informationen aus erster Hand, von Referenten, die auch später noch ansprechbar sind und die vielleicht vor Jahren ähnlich ziellos waren. Denn nicht nur das Studium stand im Zentrum der Beratungen, sondern eben auch die vielen Wege und Um- und Irrwege, die dorthin führten.

Als Impulsgeber fungierte zunächst Marcel Heinz, ein ehemaliger Schüler des Zabergäu-Gymnasiums, der seine eigene Biografie zunächst vor großem Plenum erläuterte. Alles andere als geradlinig verlief sein persönlicher Weg. „Denn das Abitur ist nur einer von vielen Bausteinen im Leben. Freizeit, Familie, die eigene Persönlichkeitsentwicklung und Dinge, die einen antreiben, haben den gleichen Stellenwert wie Noten und Leistungen“, versicherte er. Lebenslanges Lernen hielt er für unerlässlich, um die Schlüsselstellen im Leben immer wieder neu mit Sinn zu füllen. Sein Credo: „Nur wer seine Wohlfühlzone mal verlässt, macht neue Erfahrungen.“

In Kleingruppen waren die Referenten anschließend aufgefordert, ihren Werdegang als Leiter einer Pflegeambulanz, Finanzassistent, Rechtsanwalt, Biologe oder Architekt darzulegen.

Reinhard Rieger (Diplom-Ingenieur Elektrotechnik) wollte Begeisterung für Technik wecken und hatte eine Benzinpumpe und eine Getriebesteuerung zu Demonstrationszwecken im Gepäck. Im Klassenraum von Innenarchitekt Rainer Palinkasch hingen technische Zeichnungen, und am Tisch von Softwareentwickler Ralph Kleineichholzer ging es um Bits und Bites. Diplom-Verwaltungswirt Joachim Knecht informierte über die Laufbahn im Öffentlichen Dienst, und Maschinenbau-Ingenieur Werner Durst machte neugierig auf die Arbeit in der angewandten Forschung am Fraunhofer Institut.

Angeregt diskutierten die Schüler mit den Experten und holten sich so manchen Tipp aus erster Hand. Absolvent Patrick Allinger, Projektingenieur bei Afriso Euro Index aus Güglingen, stellte die Duale Ausbildung aus Praxis und Studium vor, Carolin Lang und Sandra Kull ergänzten ihre Erfahrungen für die Bereiche Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre. „Die Resonanz seitens unserer Referenten heute ist wirklich überwältigend, zumal ja viele einen Urlaubstag geopfert haben, um unsere Schüler zu beraten“, bedankte sich der stellvertretende Schulleiter Bernhard Gärttner.

 

Angeregt unterhalten sich Schüler und Innenarchitekt Rainer Palinkasch über Wege zu diesem Beruf und die vielseitigen Aufgaben. Foto: Kerstin Besemer