Bewegendes Wochenende in Verdun

100 Jahre nach dem 1.Weltkrieg ist der Tod in Verdun immer noch allgegenwärtig. Das erfahren die Mitglieder des Brackenheimer Partnerschaftskomitees, Bürgermeister Rolf Kieser, Schüler des Zabergäu-Gymnasiums mit ihren Französischlehrern sowie weitere Gäste gleich bei der ersten Führung nach Ankunft in St. Mihiel, rund 20km südlich von Verdun.

Obwohl über die Schlachtfelder von einst bereits ganze Wälder gewachsen sind, können sich die Besucher an diesem wolkenverhangenen Tag vielleicht ein Bild machen, wie die Soldaten gelitten haben. Schützengräben, ein primitives Feldlazarett, ein deutscher Soldatenfriedhof.….

On ne passe pas! Trotz des markanten Slogans müssen auch die Franzosen enorme Verluste beklagen. Ingrid Ferrand, die südbadische Führerin der Brackenheimer Besucher, findet den richtigen Ton, die richtige Mischung aus sachlicher Information, mahnender Belehrung und der nötigen Prise Humor, um die Situation auf beiden Seiten verständlich zu machen: Die fleißig betriebene Propagandamaschinerie in allen Ländern unterzieht viele Menschen einer wahren Gehirnwäsche, bis der Krieg als probates Mittel zur Problemlösung akzeptiert wird.

Ein Tag voller Emotionen: Am Samstag geht es mit Pierre, einem lothringischen „guide“, nach Fleury sous Douaumont, das im Krieg völlig zerstört

worden ist. Heute erinnern nur noch einige Gedenksteine, Denkmäler und eine neu erbaute Kapelle daran, dass hier einmal Menschen lebten. Besonders berührend: der von einer Schülerin vorgelesene letzte Brief eines Soldaten an seine Frau und seinen Sohn vor seiner Exekution - ohne Militärgericht - als vermeintlicher Deserteur. Nach jahrelangen Verhandlungen erreicht seine Witwe schließlich seine Rehabilitierung: Mort pour la France! Höhepunkt der Reise: die gemeinsame Kranzniederlegung der 5 Bürgermeister der Partnerstädte in Anwesenheit u.a. des Bischofs von Verdun vor der Kapelle des riesigen Beinhauses! Feierliche Musik, Fahnen und Reden, die die heutige Verbundenheit beschwören.

Draußen in der Sonne endlose Reihen weißer Kreuze sowie Gedenkstätten für die Gefallenen muslimischen und jüdischen Glaubens. Ein Anblick, der lange im Gedächtnis bleiben wird.(el)

 

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