Demokratietag 2026
24.07.2026
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Für alle ein toller Erfolg: der erste Demokratietag am ZaGy
Nach der Begrüßung und Hinweisen zum Ablauf durch Mia Rupčić und einleitenden Worten zur Demokratie durch Schulleiter Michael Kugel geht es am vergangenen Freitag für alle Schüler von Klasse 5 bis zur Jahrgangsstufe 1 in die erste der drei Workshop-Phasen des ersten Demokratietages.
Am Beginn steht ein Theaterstück, verfasst von Jonathan Ecker und von der Unterstufentheater-AG aufgeführt. Wie geht es mit der Schülerzeitung weiter? Nach den Workshops sollen sich die Schüler entscheiden: demokratisch oder autokratisch?
Im von Ikra geleiteten Workshop geht es um Vergleichsmodelle der Demokratie. Am Beispiel Deutschland bespricht sie die Kriterien der Demokratie, aber auch andere Regierungsformen werden gestreift. Zudem hat sie ein interaktives Spiel zum Thema erstellt und in einem Kahoot-Quiz überprüft sie, was hängengeblieben ist. Olga gewinnt und erhält ein Schokobonbon. Der Gruppe hat es großen Spaß gemacht.
Spielerisch geht es auch bei Lena Leinich vom Theodor-Heuss-Haus Stuttgart und Praktikant Julius Bosch zu. Das Grundgesetz und die Väter/Mütter der Verfassung sind für die Unterstufenschüler noch zu weit entfernt. Aber die Fragen auf den auf dem Boden ausgebreiteten Kärtchen verstehen sie. Bsp.: Was hast du in der letzten Woche für die Demokratie getan? Leonie hat einer diskriminierenden Aussage widersprochen. Einige Jungs engagieren sich ehrenamtlich in Sportvereinen.
Lebhaft diskutieren Schüler über „Unser ZaGy im Jahr 2035“. Ein Spielfeld muss mit bereits beschriebenen Kärtchen oder leeren für eigene Ideen gefüllt werden. Mit dem Ergebnis sollen alle zufrieden sein: Schüler, Lehrer, Eltern und die Stadt. Während sich die einen über Unterrichtskonzepte oder digitale Tafeln unterhalten, sollte für andere der Weg zur Schule mit Dönerläden gepflastert sein.
À propos Stadt: Bürgermeister Thomas Csaszar hat sich den Vormittag „rathausfrei“ genommen und stellt sich drei Workshops lang den Fragen der Schüler. Und die sind sehr unterschiedlich – von Vandalismus über Busverbindungen bis zur Arbeit eines Bürgermeisters und zu Persönlichem.
Die Vielfalt der Fragen und das Interesse an kommunalen Belangen, vor allem, wenn eine persönliche Betroffenheit vorliegt, erstaunt ihn, und er geht auf alles ernsthaft ein. „Der direkte Austausch mit Jugendlichen ist wichtig.“ Man müsse deutlich machen, wie wesentlich es ist, sich an demokratischen Prozessen und Entscheidungen einzubringen.
Die Workshops sind vielfältig. Jutebeutel werden bemalt, dialogfördernde Sitzinseln kreiert, über Frauenrechte wird informiert. Erst 1928 wird in Deutschland das Züchtigungsrecht der Ehefrau durch ihren Ehemann aufgehoben, und seit 1976 kann sie frei entscheiden, ob sie berufstätig sein will!
In den Pausen lockt ein überaus buntes Multikulti-Frühstücksbuffet, an dem einige Schüler gleich etwas lernen: „Die gelebte Demokratie fängt am Frühstücksbüfett an“, erklärt Referendarin Lisa Schmidt, die die Aufsicht führt, humorvoll. Wenn es für alle reichen soll, dürfe man sich nicht den eigenen Teller vollhäufen.
Mit dem zweiten Teil des Theaterstücks, bei dem die jungen Schauspieler auch am Ende des langen Vormittags mit großem Eifer dabei sind, geht der gelungene Demokratietag zu Ende – bei dem sich die Mehrheit der Schüler allerdings für eine autokratische Schule ohne Meinungsfreiheit ausspricht!
Mara ist von der Veranstaltung begeistert. Aus den von ihr gewählten Workshops – Homophobie, manipulierte Statistiken, Cyberangriffe – nimmt sie viel mit. Wichtig ist ihr der Austausch in den Gruppen. Und so ein Tag sollte gerne wiederholt werden
Eine positive Bilanz zieht auch Tom Kleinsasser über den von ihm geleiteten erfolgreichen Workshop „Gesellschaftliche Position von queeren Menschen“. „Es hat super geklappt, ich bin beeindruckt und ich habe viel positives Feedback bekommen.“ Auch der Vormittag allgemein sei viel besser gelaufen, als sie es sich je hätten vorstellen können.
Jonathan Ecker reagiert auf das Abstimmungsergebnis sehr geschickt. „Mit demokratischen Mitteln habt ihr die Demokratie abgewählt.“ Und dann hebt er ganz ruhig noch einmal hervor, was eine starke Demokratie ausmacht.
Gemeinsam mit Liya-Nisa Ucar und Mia Rupčić stellt er das neue Schulbäumchen vor, das Symbol für Demokratie, das eingepflanzt und gemeinsam gepflegt werden soll. „So wie jeder dafür sorgt, dass der andere genug Luft zum Atmen hat.“ elk







