Der Weimarer Kulturexpress thematisiert das Thema „Mobbing“

Am 21. Februar 2014 hatten die Schüler der siebten Klassen die Gelegenheit, Theater ganz nah zu erleben. Dazu mussten sie noch nicht einmal auf Reisen gehen, denn das Theater kam direkt zu uns in die Schule.

 

Mit den zur Aufführung gebrachten Theaterstücken thematisiert der Weimarer Kulturexpress zwar Probleme von Jugendlichen, will aber gleichzeitig auch Spaß am Theater vermitteln. Beides ist den Schauspielerinnen Lisa Pehlke und Kristin Hörmann in „Mobbing – wenn Ausgrenzung einsam macht“ (von Katrin Heinke) ausgezeichnet gelungen:

 

Ein neues Schuljahr beginnt und in der neuen Klasse treffen zwei Mädchen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten, doch gerade diese beiden Mädchen bekommen einen Sitzplatz nebeneinander.

Während die eine, Franziska, selbstsicher, sportlich und attraktiv ist, ist die andere, Laura, eher still, unsicher und unauffällig. Auch ihre Elternhäuser könnten unterschiedlicher kaum sein: Franziska kann tun und lassen, was sie will, Grenzen hat sie nie kennen kennengelernt. Jedoch fehlen ihr auch die Anerkennung und das Interesse ihrer Eltern. Laura hingegen erlebt zwar große elterliche Fürsorge, hat aber nie gelernt, sich durchzusetzen.

Eines jedoch haben sie gemeinsam: Beide wollen in der Schule sehr gute Leistungen erbringen, was immer wieder zu Problemen zwischen den beiden Mädchen führt. Schon bald gewinnt die dominante Franziska die Oberhand und traktiert hinterhältig ihre Mitschülerin, während diese die Fehler und die Schuld bei sich sucht. Genau dieses Verhalten treibt Franziska jedoch dazu, immer weiter zu intrigieren und so Laura immer weiter in die Enge zu treiben: „Warum wehrt die sich nicht? Warum schreit sie nicht zurück?“ So wird im Laufe der Zeit aus harmloser Stichelei und kleinen Gemeinheiten knallharter Psychoterror bis hin zum Cyber-Mobbing via SMS, Facebook und youtube. Zum Schluss ist Laura krank und depressiv, ein von Selbstzweifeln zerfressenes Nervenbündel, das nur noch hofft, den Schultag überstehen zu können: „Meine Eltern wissen gar nicht, dass ich nicht mehr in die Schule möchte, dass ich nachts nicht mehr schlafen kann, dass es nicht nur Franziska ist, die mich ärgert.“

 

Nach einem fulminanten Schlussdialog endet die Vorstellung abrupt. Es folgt eine Schreck-sekunde, in der Schulmensa herrscht betretene Stille. Dann entschließt sich das Publikum doch noch zu klatschen. Das Ende des Stückes lässt die Situation zwischen Franziska und Laura offen. So bekommen die rund 120 anwesenden Schüler die Möglichkeit, darüber nachzudenken und eigene Schlüsse zu ziehen.

 

Im anschließend stattfindenden Gespräch mit den Schauspielerinnen beteiligen sich viele Schüler sehr rege. Es wird diskutiert, warum Menschen zu Opfern werden, warum es Leute gibt, die andere mobben, und wie Laura sich hätte verhalten sollen.

 

Die Reaktionen der Schüler während der Aufführung und vor allem im Anschluss an die Vorführung zeigen, dass die Aufführung ein voller Erfolg war und dazu angeregt hat, über das so hoch aktuelle Thema „Mobbing“ nachzudenken.

 

Ein herzliches Dankeschön auch an die Kinder- und Jugendstiftung Brackenheim, die das Theaterprojekt gegen Mobbing und Ausgrenzung finanziell unterstützte.

 Jz