Klänge, Kostüme, Kulisse – einfach märchenhaft!

Brillante Aufführung des Gute-Laune-Musicals „Die Kiste“ am Zabergäu-Gymnasium

 

Stürmischer Applaus braust immer wieder durch das bis auf den letzten Platz gefüllte Brackenheimer Bürgerzentrum. Als letzten Höhepunkt des Aufführungsreigens präsentieren fast alle musikalischen Ensembles der Schule, die Tanz- und Bühnenbild-AG das Musical „Die Kiste – Alles, was ihr wollt“ von Jörg Dobmeier als geniales Gesamtkunstwerk, das Augen und Ohren gleichermaßen begeistert.
Erzähler Wolfgang Brunstein im Großvatersessel verbindet die musikalischen Teile mit der Geschichte des armen Fischers Tim aus Ödland (Jonas Schmoll), angelehnt an das Grimm‘sche „Vom Fischer und seiner Frau“, der verspottet wird, weil er einen goldenen Fisch mit wunderschönen Augen freigelassen hat. Als Dank dafür wird er auf der Suche nach diesem „Glücksfisch“ in eine prächtige Unterwasserwelt gelockt und erhält von der Prinzessin (Amelie Jerlitschka) ein goldenes Kistchen, das jeden Wunsch erfüllt. Mit Amelie und Jonas hat die Schule zwei herausragende Nachwuchssolisten: Jonas überrascht mit seiner klaren Knabenstimme, die auch die hohen Töne mühe- und makellos schafft; Amelie dagegen füllt den Raum mit einer ausgereiften Stimme, die auf jede Musical-Bühne passt.
Der Tanz der kleinen Glücksfische bereichert die Geschichte mit schönen Bildern auf der in zeitweise kühles Blau getauchten Bühne, dazu zauberhafte Wassermusik des großartigen Orchesters. Originell auch der Tanz des Oktopus (Jessica Paul), der mit seinem Tross auf die Bühne schreitet und mit seinen überdimensionalen Armen einen Reigen tanzt. Passend dazu die etwas schräge Musik der Zupfgeigen.
Nach Ödland zurückgekehrt wird der arme Tim mitsamt Kistchen, das unter keinen Umständen geöffnet werden darf, nicht nur von allen Dorfbewohnern, sondern sogar von Touristengruppen belagert, die sich in ihren Wünschen schließlich an Größenwahn überbieten. Die Songs geben den vielen neuen Gesangsstars ideale Möglichkeiten, in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen: z.B. Timur Heimannsberg als Möchtegernplayboy, Judith Maier als affektierter Gourmet. Jona Berger heizt in Lederhosen und auf Bayrisch dem Publikum in Musikantenstadl-Manier und mit gekonntem Jodler mächtig ein mit „Ein Schnitzel mit Pommes frites“, und genauso viel Applaus ernten natürlich die Gastauftritte der „Altrocker“ Ulrich Holzwarth und Jürgen Reiff mit ihrem PS-getränkten Schwaben-Rock sowie Sopranistin Ingrid Baumann als Prinzessin!
Pamela Antwi Abeyie singt gerade noch das gospelähnliche „Oh mach uns reich“, da wird das mittlerweile zu einer roten Holzkiste mutierte Zauberkästchen aus Übermut geöffnet: Rotes Höllenlicht überströmt die Bühne, kleine Teufelchen klettern aus der Kiste und vollführen ihren Tanz, peitschende Musik untermalt die Katastrophe.
Jeder Mensch hat Wünsche, Träume. Wird er aber glücklicher, wenn alle erfüllt werden? Wenn die Wünsche alle Grenzen überschreiten?
Die Mitwirkenden haben wieder einmal ihre Grenzen überschritten und unter der Leitung von Miriam Burkhardt, Sybille Proksch, Dorothee Rieger, Inge Schön, Teresa Blumer, Siegfried Liebl und Daniel Strasser Grandioses geleistet. Wie das funktioniert, fasst Miriam Burkhardt am Ende eines wunderbaren Abends dankbar zusammen: „Als Einzelkämpfer würde man gnadenlos scheitern. Was für ein Geschenk, in so einem Team arbeiten zu können.“ (el)

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