Krabat – von schwarzer Magie und selbstloser Liebe

Unterstufentheater-AG des Zabergäu-Gymnasiums begeistert mit aufwändiger Inszenierung - 12./13.5.2016

„Es war oft ganz schön stressig“, fasst Chiara Lang (J1) am Ende des zweiten Theaterabends ihre Zeit als Regieassistentin unter der Leiterin der Unterstufentheater-AG Sarah Jenz zusammen, „doch dann kam immer etwas Tolles dabei heraus.“ Vor Rührung versagt ihr die Stimme, sodass Assistentin Heike Petzold die Dankesrede humorvoll beendet.
Die Zuschauer in der an beiden Abenden übervollen Mensa erleben in der Tat etwas Tolles: 32 Schülerinnen in einer abwechslungsreichen, eineinhalbstündigen Aufführung von „Krabat“, dieses gruseligen Erfolgsromans von Otfried Preußler.
Wie schafft man es, dieses anspruchsvolle Werk auf einer Schulbühne so erfolgreich zu präsentieren?
Man braucht spielfreudige, talentierte Schauspieler, von denen es in der jungen Truppe viele gibt, Ideenreichtum, Bühnentechnik, Kollegen, die die Arbeit künstlerisch unterstützen: Bühnenbild - Sybille Proksch, Musik – Daniel Strasser, Tanz – Inge Schön -  sowie ein geniales Skript, das die wichtigsten Handlungsstränge vereinfacht und dialogisiert – aus der Feder von Friederike Albrecht, Schwester von Sarah Jenz!
Die vielen Schauspieler machen eine Doppelbesetzung der meisten Rollen nötig wie Nacara Leckebusch und Emma Schulze als Krabat.
Krabat, der sorbische Waisenjunge, folgt in einer kalten Winternacht einer Stimme, die ihn in die unheimliche Mühle im Koselbruch in der Lausitz schickt. Dort hat er endlich ein Dach über dem Kopf, gutes Essen und erlernt die schwarze Magie.
Nacara und Emma haben bereits Bühnenerfahrung und vermitteln die verschiedenen Stimmungslagen Krabats überzeugend, z.B. als unbedarfter Waisenjunge, der sich auf die Zauberei einlässt und dadurch Macht bekommt; als Trauernder neben dem schwarzen Kreuz, der schwört, den Tod seines einzigen Freundes Tonda zu rächen; als Liebender, der  mit seiner  Kantorka (Annika Lahme/Annika Rostock), die ihn schließlich durch ihre Liebe rettet, sogar Joe Cockers „Up where we belong“ singt!
Die Handlung, die häufig nachts spielt, wird von Annika Kornherr stimmungsvoll auf dem Klavier begleitet – wiederholt von einem sanften „Guten Abend, gut‘ Nacht“, Brahms‘ Wiegenlied, das bei Gefahr in ein verstörendes, lautes Moll wechselt, verstärkt durch klopfende Rhythmen von Klangholz und Cajón.
Erheiternde Anachronismen sind bei so viel Grusel willkommen: So summt Krabat leise „Jingle Bells“, als er einen Christbaum aufstellen will, und der vermeintliche Dummkopf Juro (Alicia Hurtado Garcia)/Leandra Boeckle) zieht zum Schutz vor dem teuflischen Meister einen Zauberkreis – mit eine Dose Schiedsrichter-Spray!
Zwischen den Dialogen lockern immer wieder kurze Choreographien die Handlung auf: die Müllerburschen, die singend ihre Arbeitsabläufe pantomimisch darstellen, Bändergymnastik, die Verwandlung der Burschen in schwarze Raben mit gefährlich langen Schnäbeln oder die „Hallelujah“ singenden Ostermädchen, die durchs Publikum ziehen.
Langer, begeisterter Applaus für eine großartige Leistung der jungen Mimen, ihrer Leiterin Sarah Jenz sowie aller Mitwirkenden!  el

 

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