Mörder im Dunkeln

Viel Spaß hatten am letzten Donnerstag die zahlreichen Zuschauer in der Mensa sowie die Schüler der Unterstufentheater-AG unter der Leitung von Bianca Seifert bei dem raffinierten Kriminalkomödchen „Mörder im Dunkeln“.
Während die Schauspieler die schwierige Aufgabe haben, bei hellem Licht so zu tun, als tappten sie völlig im Dunkeln, krabbelt von Anfang an ein „Unbekannter“ (Lara Benscheid) über die Bühne – und narrt das Publikum.
Und darum geht’s: Teenager Crissi (Heike Petzold) hat endlich eine fast sturmfreie Bude, die Eltern sind ausgegangen, nur „Störfaktor“ Bruder Tom (Maurice Gehrke) lässt sich nicht vertreiben. Eine ideale Gelegenheit für ein Tête-à-tête mit „Lover“ Marc (Chiara Lang). Da verkünden zwei Polizisten (Max Förnzler/Julian Schramm) den Ausbruch eines gefährlichen Triebtäters – und in der Wohnung fällt der Strom aus. Alle tappen nun wie blind durch die rabenschwarze Nacht, und der Auftritt der trinkfesten Moralpredigerin und Nachbarin Malzahn (Magdalena Weber), die nach den Jugendlichen schauen soll, bringt statt Hilfe herrliche klischeebeladene Dialoge mit Tom, dessen respektlose Kommentare natürlich bestens bei Jung und Alt ankommen. Spätestens jetzt hat sich die spielfreudige, stimmfeste Magdalena, die Lampenfieber wohl nur vom Hörensagen kennt und in ihrer Rolle fast einer Heidi Kabel Konkurrenz macht, einen Platz in der Oberstufentheater-AG gesichert.
Elektrikermeister Hammerstoß (Marvin Schmoll) und sein wenig hilfreicher Lehrling Lorenz (Steven Brauner) bringen sekundenweise Licht ins Dunkel und erkennen in Marc den blau machenden zweiten Lehrling, ansonsten dienen sie in ihrer Unbedarftheit als weiteres komisches Element in dem Chaos, zu dem sich noch Crissis Freundin Iris (Nisa Koral) gesellt, die das Publikum mit schrillen Schreien aufschreckt, denn 1. leidet sie an einer Dunkelheitsphobie, 2. ist auch sie in Marc verknallt, wurde jedoch von Crissi vor dem „eingebildeten Macho“ gewarnt – und somit als Rivalin kaltgestellt. In diesem Licht aus-Licht an-Chaos schreitet nun unbemerkt der Unbekannte zur Tat und schnappt sich Crissi! War der Triebtäter also die ganze Zeit in der Wohnung? Doch Crissi kann eine Flasche auf seinem Kopf zerschmettern, das Licht geht wieder an – und die Polizisten retten den  harmlosen Dieb vor der wilden Meute. Und der Triebtäter? Der wird auf der Flucht erschossen.
Das klingt eigentlich nach einem starken Tobak für ein Unterstufenstück, ist aber nur halb so schlimm. Die jungen Schauspieler haben in dem von Sybille Proksch und ihrer Bühnenbild-AG gestalteten Wohnzimmer so viel fröhliches Chaos verbreitet, dass sich der Schrecken auch für die jungen Zuschauer in engen Grenzen hielt. Dabei haben sie sich so gekonnt natürlich bewegt, dass man fast an die Dunkelheit glaubte, und vielen merkte man an ihrem Auftritt an, dass sie schon einige Bühnenerfahrung gesammelt haben. (el)