Theater

Ich bin ein Baum… und ich ein Apfel… dann bin ich der Wurm, der den Apfel frisst… und ich der Vogel, der… Dramatische Szenen spielen sich in Raum 231 ab.

Unter der dramaturgischen Leitung und Regie von Eva Dangelmaier und Magdalena Weber treffen sich in der Projektwoche zwölf angehende Akteure, um mit Emotionen, Situationen und Charakteren zu experimentieren. In Aufwärmübungen mit Pantomime und viel Freeze sowie erstem szenischen Spiel bei Speeddating oder WG-Bewerbung geraten nach und nach alle in Bewegung und schlüpfen durch wechselnde Impulse immer wieder spontan in neue Rollen, frieren ein und verwandeln sich, um nahtlos weiter zu spielen und auf eine völlig veränderte Situation zu reagieren.

Auch die von Eva und Magdalena selbst verfassten Stücke „Cinderella“ und „Dornröschen“ verwandeln sich im dynamischen Prozess der Proben in brandaktuelle sozialkritische (Anti-) Märchen. Die unscheinbare Cinderella (Iulia Ghinea) wagt sich nach einem zauberhaften Modestyling durch eine gute Feentante (Lisa Beyl) auf DIE Party mit DEM angesagten DJ (Lukas Beyl), wo sie gegen den Willen ihrer „Sis“[1] (Cennet Çagli) sowie ihrer Stiefmutter (Hannah Weber) heimlich mit dem begehrtesten Jungen (Nico Hohmuth) datet. Ob er ihre große Liebe wird?

Magdalena erklärt den Akteuren, worauf sie unbedingt achten müssen: „Ihr dürft auf keinen Fall aus eurer Rolle fallen und lachen!“ und Eva ergänzt: „Wenn du in der Rolle drin bist, dann bist du die Rolle und nicht mehr du selbst.“

 „Dornröschen“ Saras (Pia Albrich) sechzehntes Geburtstagsfest hingegen endet abrupt durch einen Drogencocktail, den die unerwünschte Chaostante (Philine Armbruster) aus Wut in die Getränke gemixt hat, da sie die Whatsapp-Nachricht der Mutter (Jana Pfeil) mit der Geburtstagseinladung angeblich nicht erreicht hat. Zum Glück hat sie auch noch eine drogenfreie Tante (Linda Döbler), die geistesgegenwärtig und mit gerade noch zwei Prozent Handyakku, die Auswirkungen des tödlichen Mixgetränkes (fast wie im wirklichen Märchen) abzuwenden vermag.

Katja Seeger erzählt, was nicht sichtbar wird. Der „Prinz“ (Nick Thomas), der Dornröschen retten soll, kann hier eigentlich nur ein Rettungssanitäter sein. Wird es ihm gelingen, das weggetretene Geburtstagskind aus seinem Tiefschlaf zu erwecken?

Von der Idee bis zur Aufführung am Sommerfest auf den „(Mensa-)Brettern, die die Welt bedeuten“, sind die Darsteller natürlich auch als Bühnen - und Kostümbildner gefragt. Fast alle Teilnehmer der Projektwoche möchten nach den Sommerferien in die Theater-AG einsteigen. Eva und Magdalena nennen wichtige Voraussetzungen hierfür: „Ihr müsst Kritik von anderen annehmen und mit den Veränderungen arbeiten können“ und „Wir müssen uns auf euch verlassen können, denn wenn ihr in der Theater-AG seid, dann könnt ihr nicht einfach abspringen.“ Auch in dieser Projektwoche wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und als Team zusammen.

Vielen Dank an euch, Magdalena und Eva, dass wir hier so viel frische Theaterluft schnuppern konnten. Theater macht einfach unglaublich viel Spaß!

(Frau Schuh)



[1] hier: Stiefschwester