Nachhaltiger Weinbau statt Don Quijote
Spanienaustausch einmal anders – eine Woche Kloster für Brackenheimer Schüler
Nachhaltigkeitszertifizierung, energieeffiziente Bauweise. Keramikziegeln, Tropfbewässerungssysteme, Reblausplage. Und all das auf Spanisch!
Seit 2009 unterhält das Zabergäu-Gymnasium Brackenheim einen erfolgreichen Schüleraustausch mit dem „Instituto Conde Lucanor“ in Peñafiel, einer Kleinstadt im berühmten Weinanbaugebiet Ribera del Duero.
Wohnten die Schüler bisher in Familien, waren sie nun zum ersten Mal in dem paradiesisch gelegenen Kloster der Passionisten mit Gästehaus untergebracht. Vierundzwanzig Schülerinnen der Klasse 10 und der Jahrgangsstufe 1 in zwei Schlafsälen, der einzige Junge in einem Einzelzimmer wie auch die Begleitlehrer Sarah Jenz und Rafael Schäfer. Eine neue, durchaus positive Erfahrung trotz spartanischer, dafür sehr gepflegter Räumlichkeiten und eines ungewohnten frugal-süßen Frühstücks, das man jedoch auf deutsche Gewohnheiten erweiterte. „Ich hatte nicht einmal Hunger in der Woche“, sagt Elis lachend. In der Schule gab’s belegte Brötchen. Das Mittag- und Abendessen nahmen sie im Kloster ein. „Ein abwechslungsreiches Essen, auch für Vegetarier“, findet Tiara. Besonders schätzten alle die große, schattige Gartenanlage mit Fluss und Teich rund um das Kloster bei den sehr hohen Temperaturen in der Woche.
Die Reise wurde diesmal vom EU-Programm „Erasmus“ unterstützt, das die Beschäftigung mit einem bestimmten Thema in Zusammenarbeit mit spanischen Schülern verlangte. Gemeinsam mit 11 gleichaltrigen Jungen und Mädchen des Instituto entschied man sich für die Geschichte des Weines in der Ribera del Duero sowie nachhaltigen Weinanbau zweier unterschiedlicher Betriebe. Es entstand ein anschauliches, 81-seitiges E-Book mit den Ergebnissen der Recherchen auf Spanisch.
Die Brackenheimer erweiterten nicht nur ihr Alltagsspanisch, sondern lernten eine Menge darüber hinaus, im Kloster tatkräftig unterstützt von dem hilfsbereiten, geradezu väterlichen Abt José Maria, der viel erklärte. „Er hat alles getan, damit es uns gut geht. Und sogar unsere Namen hat er gelernt“, begeistern sich einige Mädchen aus J 1. Und er hat es ermöglicht, dass sie das Deutschlandspiel der Fußball-WM im TV-Zimmer des Klosters sehen konnten, was in keiner Bar im Ort möglich war.
Beeindruckt sind alle von der Offenheit, dem Entgegenkommen, der Freundlichkeit der Menschen, egal, wo sie ihnen begegneten oder ob jung oder alt.
Auch wenn das Erasmusprogramm nicht touristisch ist, fand die gesamte Schülergruppe Zeit für Ausflüge nach Valladolid – wo man Don Quijote bzw. Cervantes begegnen kann -, Segovia oder ins wunderschöne Salamanca, das Jana schon ins Auge gefasst hat für ein Erasmus-Jahr. Sie möchte Spanisch studieren.
Für Ines ist die Tatsache interessant, dass die Schule Kellerräume als Klassenzimmer, sogar als Sporthalle nutzt. Ideal bei der extremen Hitze.
Zur Landeskunde gehört natürlich auch das Essen. Und so wird allen der Besuch in einer Tapas-Bar in Valladolid in Erinnerung bleiben. Die patatas bravas mit Knoblauchcreme bringen Neo noch jetzt ins Schwärmen. „Sie waren einfach WOW!“ elk








