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Weihnachten hat viele Rhythmen

Musikalische Gänsehautmomente beim Konzert des Zabergäu-Gymnasiums mit Reggae, Wham und Mendelssohn-Bartholdy

16. Dezember 2019

 

Nach einer „willkommenen Oase  in der Zeit“, wie Schulleiter Michael Kugel am Montagabend die zum Bersten vollbesetzte Stadtkirche während des traditionellen Weihnachtskonzerts bezeichnet, sieht es nicht überall aus.
Beim lockeren, erzählfreudigen Malchus (Antonia Deigner/Sarah Holzwarth) im Gasthaus „Zum müden Kamel“ in Bethlehem herrscht Hochbetrieb, und die Arbeit bleibt an ihm, dem Wirtssohn, hängen. Rockig und poppig klingt die Weihnachtsgeschichte in dem Musical „Die Freude dieser Zeit“ mit Dorothee Riegers Chor der 5. Klassen. Die Kostüme von Josef, Maria und den Hirten orientieren sich zwar an den klassischen Bildern, aber die flotten Rock- und Reggae-Rhythmen verleiten selbst die schwangere Maria zum Mitswingen. Die Freude am Singen und Spielen ist ansteckend, und die reinen Stimmen und verständlich artikulierten Texte machen das Zuhören zum Vergnügen. Ein riesiger Applaus belohnt die kleinen „Popstars.“
Nicht weniger schwungvoll ist der Chor der Klassen 6 und 7, die in ihren englischen Liedern den typischen Ton der Carol Singers treffen.
Helle, volksliedhafte Klänge von Dana Herzogs Flötenensemble der Klassen 5 und 6 holen das Publikum zurück in das hierzulande typische Weihnachtsfeeling; ganz im Unterschied dazu die drei Top-Flötistinnen Jule Hamp, Judith Maier und Hannah Weber mit dem lebhaften „Vivace“ von J.J. Quantz. Atemberaubend schnelle Triller, die man kaum mitsingen könnte und die fast den Frühling in der adventlichen Kirche erwachen lassen, erinnern stark an A. Vivaldi – und leiten damit über zu Daniel Strassers Philharmonikern und Vivaldis Konzert für 2 Violinen, wie immer unterstützt von Andreas Scheer, Bass, und Hansjörg Döbele, Bratsche. Strahlende Kometen am musikalischen Weihnachtshimmel sind die beiden Sologeigerinnen Laura Klooz und Laura Mock. Virtuosität und Charisma machen sie zu einem akustischen wie optischen Genuss – und Orchester und Solistinnen ernten stürmischen Beifall und Zurufe.
Seit 1984 spaltet der Ohrwurm die Geister – und gehört zu Weihnachten wie Plätzchen und Tannenbaum: „Last Christmas“ von Wham. Ganz anders das kunstvolle Arrangement mit dem Oberstufenchor und den Solistinnen Emma Schulze und Vivienne Wörthwein, bei dem so mancher Gast lächelt und leise mitsummt!
Höhepunkt des Abends nach dem „Santa Claus“ mit der Bigband und Pauline Langers eindrucksvollem „Time after time“ von Cindy Lauper ist der Auftritt von Miriam Burkhardts riesigem Projekt- und Oberstufenchor, begleitet von den Philharmonikern. Nach John Rutters „Angels‘ Carol“, das fröhlichen Weihnachtszauber versprüht, folgen Auszüge aus Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Elias“: eine gewaltige, alttestamentarische Dramatik in acht Stimmen, mal schwermütig, mal tröstend, kämpferisch und triumphierend. Musik, die mitreißt, die unter die Haut geht.
Und wie immer endet das Konzert im gemeinsamen „Oh du fröhliche“, mit Gabriele Bender an der Orgel und dem triumphalen „Halleluja“, das der Chor wie einen Teppich über den Gesang der Gemeinde legt.
Stehende Ovationen, jubelnder Beifall für einen großartigen Musikabend. Die Begeisterung hat Anna Hönnige fast sprachlos gemacht: „Gänsehaut!“  Gertraud Keller nickt und ergänzt: „Phänomenal!“   el