Von London bis ins La La Land

Musikalität in Perfektion beim Sommerkonzert des Brackenheimer Zabergäu-Gymnasiums

25.06.2ß18

Noch bevor Schulleiter Wolfgang Dietrich die vielen Gäste beim letzten Musikevent des Schuljahres im Bürgerzentrum begrüßt, reißt die Big Band mit Al Jarreaus „Boogie Down“ als Auftakt das Publikum mit und stimmt es auf einen erfrischenden Cocktail ein, gemixt aus allen Ensembles der Schule.
Aufgeregt sind sie, die Sängerinnen der Klassen 5 (Dorothee Rieger), aufgehübscht mit putzigen Katzenöhrchen. Sie erzählen und singen von dem weltberühmten Katerterzett und dessen brillanter „Kater-Matinee“ in London, wofür Leopold, Kratz und Schnurr ihre englische Aussprache an Zungenbrechern üben. Die Melodien des Singspiels gehen schnell ins Ohr, vor allem der schwungvolle „Kriminaltango“: „In dieser Stadt ist alles möglich, denn diese Stadt ist kriminell!“ Wie gut, dass Sherlock und Watson zur Stelle sind.
Dana Herzogs Flötenensemble hat sein Spiel perfektioniert und besticht mit zwei Barockstücken von G.Ph.Telemann. Nahezu atemberaubend die rasante Geschwindigkeit der Triller, die Jule Hamp ihrer Piccoloflöte entlockt.
Hollari, hollari, hollaro! Er ist über 80 Jahre alt, der kleine, grüne Kaktus der Comedian Harmonists. Aber dem Chor der 6. und 7. Klassen von Miriam Burkhardt macht das Lied auch heute noch Spaß, und „Top of the World“ hat immer noch Ohrwurmcharakter, vor allem, wenn er von so vielen frischen Jungen- und Mädchenstimmen, darunter die Nachwuchssolistinnen Celine Fender, Pauline Langer, Mathea Sutor und Vivienne Wörthwein, präsentiert wird.
„There’s nothing holdin‘ me back“ mit der Dance Company der Klassen 7 und 8 (Inge Schön) – bei dieser Pop-Rock-Nummer mit den flotten Girlies ist auch das Publikum nicht mehr zu halten und klatscht mit. In scharfem Kontrast dazu die älteren Tänzerinnen mit L. Einaudis lyrischem „Experience.“ Bei der zarten, getragenen Musik muss jede der stark emotionalen Bewegungen, muss jeder Ausdruck stimmen. Eine tolle Leistung der großartigen Tanz-AG.
Virtuos geht es weiter mit Daniel Strassers Brackenheimer Philharmonikern, unterstützt von Geiger Hansjörg Döbele, der seit 1986 kein Schulkonzert versäumt hat. Astor Piazollas nahezu dramatisch beginnender Libertango, danach das sanfte, besinnliche „Oblivion“ – perfekt dargebotene Musik, bei der man unwillkürlich ins Träumen gerät.
Und dann reicht kaum mehr der Platz auf der Bühne für den Oberstufenchor, der sich für dieses Jahr die schönsten Melodien aus „La La Land“ ausgesucht hat. „City of Stars“ mit Amelie Jerlitschka und Jonas Schmoll als Mia und Seb, das erzählerische, aber emotional schwierige „Audition“ mit Soloparts von Laura Klooz und Jasmin Schuhmacher sowie „Someone in the crowd“ mit Jacqueline Bertsch und begleitet von der Big Band. Und was wäre La La land ohne Tanz? Die Mädchen der Oberstufen-Dance Company in Polka Dots- und Sommerblumenkleidchen flattern über die Bühne. Ein sommerlich leichtes Sahnehäubchen für einen musikalisch hochprozentigen Sommercocktail.  el

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