Wir haben ein Backhäusle
In 90 Sekunden knusprig und duftend aus dem Ofen
Einweihungsfeier mit Pizza – Schüler des Zabergäu-Gymnasiums errichten in Rekordhaus ein Backhaus auf dem Schulgelände
„Das Backhaus steht nun fest und fein, gebaut aus Fleiß und manchem Stein…”, beginnt Janosch den Richtspruch beim Richtfest am vergangenen Freitag.
Drei lange Arbeitstage später kann Bernhard Hanel, der Gründer von Kukuk-Kultur, nur staunen, was die 40 Achtklässler in sechs Tagen geschafft haben: quasi aus dem Nichts ein Backhäuschen hinzustellen.
Nach dem erfolgreichen Spielplatzbau der 9. Klassen letztes Jahr im ungarischen Tarnalelesz haben die Klassen 8b und 8c im Frühjahr beschlossen, ebenfalls ein Projekt zu starten - als praktische Anwendung dessen, was sie in NWT lernen. Eine Idee, die auch Schulleiter Michael Kugel begrüßt. Wie ein Schüler sich selbst erfahren könne, zeigen, was in ihm stecke, solle ihnen dadurch ermöglicht werden.
Vorgegeben ist lediglich die Holzbauweise. Mit Johannes Lemcke und Felix Behr von Kukuk/Mätsch sind zwei erfahrene Lehrmeister dabei, die alles im Blick haben, selbst kräftig Hand anlegen – und die Schüler zu enormen Leistungen befähigen.
Bereits in die Planung sind die Jugendlichen miteinbezogen, die erfolgreich Biberschwanzziegel für das Dach durchsetzen. Die Wände bestehen teils aus Flechtwerk - auch von Schülern bewerkstelligt -, das mit Lehm gefüllt und verkleidet wird.
Bevor das Backhaus am Treppenaufgang zur Sporthalle errichtet werden kann, muss das Gelände angelegt und das Fundament betoniert werden.
„Das war eine Mordsarbeit, die Kies- und Lehmsäcke von den Lastwagen hierherzuschleppen”, erzählt Kilian, wie alle stolz auf das Geleistete. Begeistert ist er, dass sie immer eine Bezugsperson fragen konnten - und vom „Stimmungsheber Cola” zum Mittagessen, um das sich ebenfalls die Schüler kümmern. Perfekte Teamarbeit!
Der Walter-Amos-Stiftung als Hauptsponsor ist neben der praktischen Umsetzung des Gelernten das pädagogische Konzept wichtig, worauf vier wichtige Workshops im Vorfeld eingehen. Aufgeteilt in drei Arbeitsgruppen sind die Jungen und Mädchen für alles zuständig - von Schriftverkehr mit Lieferanten und Sponsoren, der gesamten Konstruktion bis zur Bedienung des Holzofens. Dafür sind Helena und Leyla eigens bei den Stockheimer Landfrauen „in die Lehre” gegangen.
Hilfe erhalten die Schüler nicht nur von Eltern, die z.B. Gerätschaften zur Verfügung stellen, sondern auch von Mitarbeitern des Städtischen Bauhofs, die mit Bagger und Radlader notwendige Arbeiten erledigen. Bürgermeister Thomas Csaszar ist fasziniert von dem Projekt, das die Stadt als Schulträger gern unterstützt. „Das handwerkliche Geschick, die Finanzierung sicherzustellen oder nun noch die offiziellen Genehmigungen einzuholen, vermittelt den Schülern vielfältige Einblicke und Kompetenzen, die weit über den Unterricht hinausgehen. Besser geht es nicht.”
Mit der Einweihung mit leckerer Holzofen-Pizza ist das Projekt natürlich nicht zu Ende. Viele Aktionen sind geplant, auch eine Schul-Back-AG „vom Korn zum Brot”. Eine Idee, die Rolf Kieser vom Vorstand des Hauptsponsors unterstützt. Und: Das Backhaus müsse in Schuss gehalten werden, wie Niels Hübscher betont, der als Lehrer das Unternehmen begleitet hat. Das sei – auch - die Aufgabe kommender Klassen. elk








